Steinbruch Vögelinsegg: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Entscheid von 1900, die neue [[Trogenerbahn|Trogenerbahn]] als Strassenbahn von St. Gallen nach Trogen über Vögelinsegg zu führen, | Der Entscheid von 1900, die neue [[Trogenerbahn|Trogenerbahn]] als Strassenbahn von St. Gallen nach Trogen über Vögelinsegg zu führen, verursachte aufwändige Bauarbeiten, denn der Kurvenradius der existierenden Strasse war viel zu eng. Fotos von 1901 zeigen, dass die Strasse über Vögelinsegg um den '''"Vögelinsegg-Felsen"''' herumführte und zwischen der früheren Molkerei Forrer (heute «kul – tour» Speicher) und dem ehemaligen [[Vögelinsegg|Hotel Vögelinsegg]] in Richtung St. Gallen verlief. <br> | ||
Zur Begradigung der Trassenführung musste der Vögelinsegg-Felsen durchbrochen werden. Zu diesem Zweck erwarb die Trogenerbahn das Grundstück, das bis knapp vor das 1938 erstellte [[Toblerdenkmal - Anekdoten zur Entstehung|Tobler-Denkmal]] reichte und welches heute noch den Appenzeller Bahnen gehört. <br> | Zur Begradigung der Trassenführung musste der Vögelinsegg-Felsen durchbrochen werden. Zu diesem Zweck erwarb die Trogenerbahn das Grundstück, das bis knapp vor das 1938 erstellte [[Toblerdenkmal - Anekdoten zur Entstehung|Tobler-Denkmal]] reichte und welches heute noch den Appenzeller Bahnen gehört. <br> | ||
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Durchbruch Blick nach Vögelinsegg 1901.jpg|Blick zum Vögelinsegg-Felsen | Image:Durchbruch Blick nach Vögelinsegg 1901.jpg|<small>Blick zum Vögelinsegg-Felsen</small> | ||
Durchbruch-Vögelinsegg Situationsplan Querschnitt.jpg| Plan der TB-Linienführung auf Vögelinsegg | Image:Durchbruch-Vögelinsegg Situationsplan Querschnitt.jpg|<small>Plan der TB-Linienführung auf Vögelinsegg</small> | ||
Durchbruch Vögelinsegg Linienführung Trogenerbahn.jpg| Karte Landestopografie 1903 | Image:Durchbruch Vögelinsegg Linienführung Trogenerbahn.jpg|<small>Karte Landestopografie 1903</small> | ||
Image:Vögelinsegg-Karte Landestopografie 2025S.jpg|<small>Karte Landestopografie 2025</small> | |||
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===Bauarbeiten am Durchbruch=== | ===Bauarbeiten am Durchbruch=== | ||
Nachdem die definitiven Pläne zur Linienführung erstellt waren, starteten die Bauarbeiten im März 1902 und dauerten bis in den Frühling 1903. | Nachdem die definitiven Pläne zur Linienführung erstellt waren, starteten die Bauarbeiten im März 1902 und dauerten bis in den Frühling 1903. <br> | ||
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Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 1 KB-030805.jpg|Bauarbeiten am Durchbruch | Image:Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 1 KB-030805.jpg|<small>Bauarbeiten am Durchbruch</small> | ||
Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 2 KB-030803.jpg| | Image:Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 2 KB-030803.jpg|<small>Felsabtrag per Hand</small> | ||
Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 3 KB-030806.jpg| | Image:Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 3 KB-030806.jpg|<small>Bauarbeitergruppe</small> | ||
Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 4 KB-001512.jpg| | Image:Steinbruch Durchbruch Vögelinsegg 4 KB-001512.jpg|<small>Abtransport per Pferd</small> | ||
Vögelinsegg-Durchbruch Herbst 1903 - KB-025445.jpg|Durchbruch fertiggestellt | Image:Vögelinsegg-Durchbruch Herbst 1903 - KB-025445.jpg|<small>Durchbruch fertiggestellt</small> | ||
TB-Triebwagen im Durchbruch Vögelinsegg - KB-030808.jpg|Triebwagen TB im Durchbruch | Image:TB-Triebwagen im Durchbruch Vögelinsegg - KB-030808.jpg|<small>Triebwagen TB im Durchbruch</small> | ||
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Dabei entstand beim Kulminationspunkt auf Vögelinsegg Platz für eine fakultative Haltestelle. Die damals noch wenigen Autos mussten sich vor und nach dem Fels-Durchbruch nach der Bahn richten, denn ein Kreuzen war wegen des vorhandenen Engpasses kaum möglich. <br> | Dabei entstand beim Kulminationspunkt auf Vögelinsegg Platz für eine fakultative Haltestelle. Die damals noch wenigen Autos mussten sich vor und nach dem Fels-Durchbruch nach der Bahn richten, denn ein Kreuzen war wegen des vorhandenen Engpasses kaum möglich. <br> | ||
===Kompletter Abtrag des Vögelinsegg-Felsens Richtung Nordosten=== | ===Kompletter Abtrag des Vögelinsegg-Felsens Richtung Nordosten=== | ||
Ein weiterer Abtrag des Felsens Richtung Nordosten im Jahre 1906 gab Platz für eine Ausweichstelle. Zudem wurde ein Werkgleis mit Anschluss zur Trogenerbahn erstellt, um das abgetragene Felsgestein vom Steinbruch Vögelinsegg wegzuführen. Etwa 1000m<sup>3</sup> Gestein wurden so für den Unterbau des 1914 eingeweihten Nebenbahnhofes in St. Gallen verwendet.<br> | Ein weiterer Abtrag des Felsens Richtung Nordosten im Jahre 1906 gab Platz für eine Ausweichstelle. Zudem wurde ein Werkgleis mit Anschluss zur Trogenerbahn erstellt, um das abgetragene Felsgestein vom Steinbruch Vögelinsegg wegzuführen. Etwa 1000m<sup>3</sup> Gestein wurden so für den Unterbau des 1914 eingeweihten Nebenbahnhofes in St. Gallen verwendet.<br> | ||
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Durchbruch-Vögelinsegg Ausweiche-Plan 1906.jpg| Bauplan 1906 für die Ausweichstelle | Image:Durchbruch-Vögelinsegg Ausweiche-Plan 1906.jpg|<small>Bauplan 1906 für die Ausweichstelle</small> | ||
Durchbruch-Vögelinsegg QuerschnittePlan 1906.jpg| Querschnittplan 1906 | Image:Durchbruch-Vögelinsegg QuerschnittePlan 1906.jpg|<small>Querschnittplan 1906</small> | ||
Durchbruch Vögelinsegg 1906 Ausweichstelle.jpg|Foto mit Ausweichstelle im Hintergrund | Image:Durchbruch Vögelinsegg 1906 Ausweichstelle.jpg|<small>Foto mit Ausweichstelle im Hintergrund</small> | ||
Durchbruch Vögelinsegg Werbung um 1907.jpg|Werbung um 1907 | Image:Durchbruch Vögelinsegg Werbung um 1907.jpg|<small>Werbung um 1907</small> | ||
Steinbruch auf Vögelinsegg nach1910.jpg|Steinbruch nach 1910 | Image:Steinbruch auf Vögelinsegg nach1910.jpg|<small>Steinbruch nach 1910</small> | ||
Steinbruch Vögelinsegg.jpg|Viele Jahre ein Ärgernis für Kurgäste | Image:Steinbruch Vögelinsegg.jpg|<small>Viele Jahre ein Ärgernis für Kurgäste</small> | ||
Image:Steinbruch 1929 Foto Gross StAAR Ja.011-01-03-011-035.jpeg|<small>Blick auf Steinbruch 1929</small> | |||
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Der Steinbruch blieb so lange in Betrieb, bis der Fels bis auf eine kleine Erhebung beim heutigen Tobler-Denkmal, abgetragen war. Der heute noch existierende Nebenbahnhof wurde durch die Stadt St. Gallen erstellt und ermöglicht dank seinem Perron-Dach und dem Verbindungstrakt einen gedeckten Zugang zu den SBB-Anlagen.<br> | Der Steinbruch blieb so lange in Betrieb, bis der Fels bis auf eine kleine Erhebung beim heutigen Tobler-Denkmal, abgetragen war. Der heute noch existierende Nebenbahnhof wurde durch die Stadt St. Gallen erstellt und ermöglicht dank seinem Perron-Dach und dem Verbindungstrakt einen gedeckten Zugang zu den SBB-Anlagen.<br> | ||
Aktuelle Version vom 4. Dezember 2025, 16:16 Uhr
Vorgeschichte
Der Entscheid von 1900, die neue Trogenerbahn als Strassenbahn von St. Gallen nach Trogen über Vögelinsegg zu führen, verursachte aufwändige Bauarbeiten, denn der Kurvenradius der existierenden Strasse war viel zu eng. Fotos von 1901 zeigen, dass die Strasse über Vögelinsegg um den "Vögelinsegg-Felsen" herumführte und zwischen der früheren Molkerei Forrer (heute «kul – tour» Speicher) und dem ehemaligen Hotel Vögelinsegg in Richtung St. Gallen verlief.
Zur Begradigung der Trassenführung musste der Vögelinsegg-Felsen durchbrochen werden. Zu diesem Zweck erwarb die Trogenerbahn das Grundstück, das bis knapp vor das 1938 erstellte Tobler-Denkmal reichte und welches heute noch den Appenzeller Bahnen gehört.
Bauarbeiten am Durchbruch
Nachdem die definitiven Pläne zur Linienführung erstellt waren, starteten die Bauarbeiten im März 1902 und dauerten bis in den Frühling 1903.
Dabei entstand beim Kulminationspunkt auf Vögelinsegg Platz für eine fakultative Haltestelle. Die damals noch wenigen Autos mussten sich vor und nach dem Fels-Durchbruch nach der Bahn richten, denn ein Kreuzen war wegen des vorhandenen Engpasses kaum möglich.
Kompletter Abtrag des Vögelinsegg-Felsens Richtung Nordosten
Ein weiterer Abtrag des Felsens Richtung Nordosten im Jahre 1906 gab Platz für eine Ausweichstelle. Zudem wurde ein Werkgleis mit Anschluss zur Trogenerbahn erstellt, um das abgetragene Felsgestein vom Steinbruch Vögelinsegg wegzuführen. Etwa 1000m3 Gestein wurden so für den Unterbau des 1914 eingeweihten Nebenbahnhofes in St. Gallen verwendet.
Der Steinbruch blieb so lange in Betrieb, bis der Fels bis auf eine kleine Erhebung beim heutigen Tobler-Denkmal, abgetragen war. Der heute noch existierende Nebenbahnhof wurde durch die Stadt St. Gallen erstellt und ermöglicht dank seinem Perron-Dach und dem Verbindungstrakt einen gedeckten Zugang zu den SBB-Anlagen.
Eine Parkanlage entsteht
Der unschöne ehemalige Steinbruch auf Vögelinsegg wurde 1938 endlich aufgehoben und auf seinem Gelände ein kleiner Park mit Denkmal für den Komponisten unseres Landsgemeindeliedes, Johann Heinrich Tobler, geschaffen.
Auf der anderen Seite, zur Bahn hin, kam ein Autoparkplatz zu liegen. Die Gemeinde Speicher verpflichtete sich zur Übernahme des Unterhalts dieser Anlagen.
1952 wurde die Bahn bei Vögelinsegg auf ein Eigentrasse verlegt und die Haltestelle zum ehemaligen Restaurant Rose verschoben, wo auch eine Billett-Verkaufsstelle eingerichtet wurde. Die Verlegung der Vögelinsegg-Haltestelle an den heutigen Standort fand 1972 statt.
Heute finden sich auf Vögelinsegg diverse Sitzgelegenheiten, um die wohl schönste Aussicht Ausserrhodens geniessen zu können.
Platz für Veranstaltungen
Der südwestliche Teil des Vögelinsegg-Felsens, wo sich auch das Schlachtdenkmal befindet, diente bis in die 80er Jahre hinein, jeweils am 1. August dem Turnverein, nebst dem obligaten Höhenfeuer mit Festplatz, auch als Kulisse für spektakuläre Barrenvorführungen.
Hier ein Beispiel mit Lehrkräften Speichers unter Anleitung des Schulhaus-Abwartes Hans Mohn:
Ort für Trainspotter
Unzählige Trainspotter stehen noch heute in der Vögelinsegg-Kurve, um die durchfahrenden Züge zu fotografieren. Die sogenannte Panorama-Strecke der Bahn begeisterte schon früher:
"Denn wer mit offenen Augen und einem wachen Sinn für die Schönheiten der Landschaft von St. Gallen nach Trogen fährt, wird zugeben müssen, dass die Trogenerbahn dem Fahrgast ein ausserordentliches Landschaftsbild zeigen kann. Nur wenige Bahnen können auf so einer kurzen Strecke ein derart abwechslungsreiches Panorama bieten. Wenn ein deutscher Reisender im 18. Jahrhundert begeistert ausrufen konnte, die Vögelinsegg sei der schönste Punkt Europas, so mag diese etwas übertriebene Behauptung doch zeigen, welch nachhaltige Eindrücke begeisterungsfähige Reisende von der Fahrt über Vögelinsegg erhalten können."
Quellen:
Photos: Edy Tanner, Hanspeter Lanker, Fredi Altherr
Video: Ausschnitt aus Festspiel 2003, Oberstufe Speicher
Schnitt: Paul Hollenstein
Text: Paul Hollenstein 2025