Weberhaus

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Weberhöckli[Bearbeiten]

Weberhäuser stehen oft allein - ohne Stall und Scheune - da sie ihrem Zwecke gemäss nicht Landwirtschaftsbetriebe waren. Heute sind viele verschwunden oder so umgestaltet worden, dass sie Ansprüchen bezüglich Raumhöhe und minimaler Wohnfläche genügen.

Die Lebensbedingungen der ursprünglichen Bewohner waren sehr bescheiden, daher sind die Häuser klein und besitzen häufig nur ein einziges volles Wohngeschoss, sind somit nur drei- bis viergeschossig. Im Webkeller stand ein Webstuhl, auf dem die Weberfamilie im Akkord in Heimarbeit ihren Lebensunterhalt verdiente. Die Verschuldung der Weber war gross und erlaubte es kaum, sich aus einem Schuldverhältnis – meist gegenüber dem Fabrikanten – loszukaufen. Oft wurden die Webstühle den Webern vom Fabrikanten (gegen Entgelt) zur Verfügung gestellt. Die Appenzeller Zedel, Schuldverschreibungen auf Häuser ohne Kündigungsrecht von Seiten des Gläubigers, setzten deshalb oft genug die Abhängigkeiten auch auf die Nachfolger fort.

Die Heimweberei war in Appenzell Ausserrhoden seit dem frühesten 17. Jahrhundert verbreitet. Appenzellische Weber produzierten für Handelshäuser der Leinwandstadt St.Gallen. Mitte des 18. Jahrhunderts kam die Baumwollweberei auf und führte im Appenzellerland zu einem beispiellosen Aufschwung - um 1800 war Ausserrhoden die am dichtesten vor-industrialisierte Region Europas. In diese Zeit fallen auch die Glanzzeiten der appenzellischen Textilhandelshäuser. Die appenzellischen Weber waren führend punkto Qualität und brachten viele Spezialitäten hervor, so etwa die "Seidenbeuteltuch"- Fabrikation im Appenzeller Vorderland (technische Stoffe z. B. zum Sieben von Mehlen).


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