200 Jahre Appenzellischer Chorverband
Der Appenzellische Chorverband ist der älteste Chorverband, nicht nur der Schweiz, sondern weltweit. Am 22. und 23. Juni 2024 feierte er sein 200-Jahr-Jubiläum in Speicher an geschichtsträchtigem Ort, wobei schon das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen in Speicher stattfand, am 22. Juni 1924.
Die Tradition des Chorsingens wird im Appenzellerland seit über 200 Jahren gepflegt und institutionalisiert in einem Verein oder einer Vereinigung. 1824 wurde aus den damals existierenden lokalen Vereinen der Appenzellische Sängerverein gegründet, der Vorläufer des heutigen Chorverbandes ACV. Initianten waren Pfarrer Samuel Weishaupt aus Wald und Johann Heinrich Tobler, Komponist des Landsgemeindeliedes.
2024 - 200 Jahre Appenzellischer Chorverband
Der Appenzellische Chorverband bestand im Jubiläumsjahr 2024 aus 24 Chören: Männer- und Frauenchöre, Kinder- und Jugendchöre, aber auch Jodelformationen und einem Gospelchor.
Am Jubiläumsfest zum 200-jährigen Bestehen nahmen rund 600 Sängerinnen und Sänger aus 19 Chören teil, darunter 200 Kinder und Jugendliche in fünf Chören. «Gesang in allen Facetten soll das Dorf zum Klingen bringen», versprach OK-Präsident Daniel Bühler in der Vorbereitung.
OK-Präsident Daniel Bühler
Im Beitrag „Aufgefallen“ im Gemeindeblatt Speicher vom Mai 2024 äussert sich OK-Präsident Daniel Bühler aus Speicher zu den Vorbereitungen für und seine Erwartungen an das Jubiläumsfest.
Würdiger Rahmen
Eröffnet wurden die Feierlichkeiten am Samstagmorgen durch den Innerrhoder Landammann Roland Inauen. Ein ökumenischer Festgottesdienst am Sonntagmorgen - unter Mitwirkung von Johann Heinrich Tobler, alias Philipp Langenegger im Dialog mit Pfarrerin Sigrun Holz - rief die tiefere Bedeutung des Singens als Quelle der Freude in Erinnerung. Den Abschluss des Jubiläumsfestes bildete der Festumzug mit Festakt und Schlussansprache des Ausserrhoder Regierungsrats Alfred Stricker.
Begegnungskonzerte und offenes Singen
In der jeweils voll besetzten Kirche Speicher fanden am Samstag und Sonntag fünf Begegnungskonzerte mit je drei bis vier Chören statt. Die meisten Formationen liessen ihre Darbietung von Experten bewerten. Am späten Samstagnachmittag waren alle Besucherinnen und Besucher eingeladen, am offenen Singen mit Kantonaldirigent Lukas Bolt teilzunehmen. Das anschliessende Konzert des Appenzeller Jugendchors gehörte zu den musikalischen Höhepunkten des Festes, bevor es sich mit Unterhaltung und Tanz im Festzelt bei toller Stimmung bis weit in die Nacht hineinzog.
Festumzug und Festakt
Am Festumzug vom Dorfplatz zur Vögelinsegg machten rund 20 Gruppen, teils mit Sujetwagen mit. Beim Gedenkstein zu Ehren von Johann Heinrich Tobler, auf der Vögelinsegg, wurde das Jubiläumsfest abgeschlossen. Hier fand 1825 das von Tobler organisierte erste schweizerische Sängerfest statt, das als Vorbild für alle späteren Sängerfeste in der Schweiz und Europa gilt.
Philipp Langenegger liess in einem launigen Text von Peter Surber den Sängervater Johann Heinrich Tobler in der heutigen Zeit „auferstehen.“ Den gemeinsamen Abschluss am denkwürdigen Ort krönte das von Tobler komponierte Landsgemeindelied, kräftig mitgesungen von den zahlreichen Festbesucherinnen und Festbesuchern und intoniert von der Musikgesellschaft Brassband Rehetobel. Die Live-Aufnahme ist im Video „Impressionen des 200 Jahre Jubiläums des appenzellischen Chorverbandes“ als Hintergundmusik unterlegt.
Filmdokument „Impressionen 200 Jahre ACV“
Im Video (5 Min) „Impressionen des 200 Jahre Jubiläums des Appenzellischen Chorverbands ACHV.“ sind Impressionen verschiedener Festaktivitäten fest gehalten.
Hintergrundmusik ist die Liveaufnahme der versammelten Festgemeinde während des Festaktes des Landsgemeindelieds 'Ode an Gott' von Johann Heinrich Tobler unter der Leitung von Lukas Bolt
Produktion: Kamera/Ton/Schnitt: Damian Imhof - kurzschuss photography gmbh