Marktfahrten nach Altstätten: Unterschied zwischen den Versionen

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Neben St. Gallen war für Speicher und Trogen das Städtchen Altstätten ein wichtiger Marktort, nicht nur für Handeltreibende, sondern auch für die Bevölkerung. Mit dem Aufkommen von Postautos gewannen Marktbesuche für Privatpersonen an Attraktivität. Hans Gross hatte in Speicher in den 1920er-Jahren sein Autotransportunternehmen gegründet und ersuchte die Oberpostdirektion um eine Konzession für die Strecke Speicher-Trogen-Altstätten, also über den [[Ruppen 1831|Ruppen]].
Neben St. Gallen war für Speicher und Trogen das Städtchen Altstätten ein wichtiger Marktort, nicht nur für Handeltreibende, sondern auch für die Bevölkerung. Mit dem Aufkommen von Postautos gewannen Marktbesuche für Privatpersonen an Attraktivität. Hans Gross hatte in Speicher in den 1920er-Jahren sein Autotransportunternehmen gegründet und ersuchte die Oberpostdirektion um eine Konzession für die Strecke Speicher-Trogen-Altstätten, also über den [[Suezkanal und Speicher?|Ruppen]].


== Keine Einwände - Konzession erteilt ==
== Keine Einwände - Konzession erteilt ==

Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 10:20 Uhr

Neben St. Gallen war für Speicher und Trogen das Städtchen Altstätten ein wichtiger Marktort, nicht nur für Handeltreibende, sondern auch für die Bevölkerung. Mit dem Aufkommen von Postautos gewannen Marktbesuche für Privatpersonen an Attraktivität. Hans Gross hatte in Speicher in den 1920er-Jahren sein Autotransportunternehmen gegründet und ersuchte die Oberpostdirektion um eine Konzession für die Strecke Speicher-Trogen-Altstätten, also über den Ruppen.

Keine Einwände - Konzession erteilt

Dieser Wagen diente auch als Postauto nach Altstätten

Dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons St. Gallen vom 24. April 1928 ist zu entnehmen:
Das Polizei- und Militärdepartement unterbreitet eine Zuschrift der Oberpostdirektion vom 9. Februar1928, wonach sich Hans Groß in Speicher um die Konzession für den Betrieb einer Kraftwagenunternehmung zur Personenbeförderung auf der Straße Speicher-Altstätten bewirbt. Der geplante Betrieb würde keine bestehende Transportanstalt konkurrenzieren. Die Oberpostdirektion wäre daher geneigt, die Konzession zu erteilen und in Anbetracht, daß die Fahrten nur einmal wöchentlich und nur im Sommer ausgeführt werden sollen, die gesetzliche Gebühr von Fr.475.- (für 9 km in der Luftlinie) auf Fr. 50.- herabzusetzen.
Die Fahrten würden vom Mai bis Oktober regelmäßig Donnerstags, das heißt am Markttag in Altstätten, ausgeführt. Dei Taxen betragen Hinfahrt Fr. 2.-, Bergfahrt Fr. 2.50, Hin- und Rückfahrt Fr. 3.60. Als Verkehrsmittel dient ein 18/22-plätziger Saurerwagen nach den Vorschriften der Oberpostdirektion; Motorstärke 52 PS.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Da die Oberpostdirektion und der Gemeinderat Altstätten das Gesuch unterstützten und auch der Regierungsrat des Kantons St. Gallen keine Einwände geltend machte, wurde die Konzession erteilt. Die Marktfahrten waren offenbar ein gutes Geschäft für die Firma Gross, so dass Hans Gross ein Jahr später das Gesuch stellte, die Konzession zwischen dem 1. Mai und 31. Oktober auf tägliche Fahrten zu erweitern.
Allerdings bewarb sich auch ein Walter Müller aus Trogen um eine Konzession für täglich drei Kurse in jeder Richtung.
Nach einigem Hin und Her zwischen Oberpostdirektion, Gemeinderat Altstätten und Regierungsrat des Kantons St. Gallen nahm der Regierungsrat des Kantons St. Gallen am 9. April 1929 die Beschlüsse der Oberpostdirektion folgendermassen zu Protokoll:

1. daß das eidgenössische Postdepartement durch Konzessionsurkunde No. 140 an Walter Müller in Trogen die Bewilligung erteilt hat, zwischen Trogen und Altstätten regelmäßige Autofahrten auszuführen;
2. daß die Oberpostdirektion das Konzessionsgesuch des Hans Gross in Speicher für eine tägliche Automobilverbindung Speicher - Trogen - Altstätten vom 1. Mai bis 31. Oktober abgewiesen habe; doch bleibe die Konzession No. 109 für die an Donnerstagen vom 1.Mai bis 31. Oktober zwischen Speicher und Altstätten auszuführenden Marktfahrten unverändert bestehen;
3. daß die Oberpostdirektion auch das Begehren des A.Schmid, in Trogen, um Erneuerung der am 31. Oktober 1928 abgelaufenen Konzession No. 123, Trogen-Altstätten, im Interesse der bestehenden Verkehrseinrichtungen abgelehnt habe.


Quelle:
Staatsarchiv St.Gallen: ARR B 2 Konzession Postautomobilkurs (3 Protokolle)