Telekommunikation

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Die Geschichte und Entwicklung der Telekommunkation in Speicher beginnt 1867 mit der Einführung eines Telegraphenbüros. Mit der Entwicklung der Elektrotechnik und später der Elektronik und ihrer Möglichkeit zur Automatisierung beginnt im 20. Jahrhundert ein laufender Erneuerungsprozess, der immer wieder neues hervorbringt.

Entwicklung der Telekommunikation in Speicher[Bearbeiten]

Gegenwart ist bekanntlich die Zeit, wo die Zukunft zur Vergangenheit wird.
Dies trifft in höchstem Masse für die Entwicklung der Telekommunikation zu. Nur wenige Techniken haben sich nach deren Einführung in solchen rasanten Schritten weiterentwickeln können.

Der Anfang:[Bearbeiten]

'1852' erhielt die Gemeinde von den Bundesbehörden die Einladung, sich an der bevorstehenden Einführung der elektrischen Telegraphie zu beteiligen. Die Antwort aus Speicher war, dass man kein Bedürfnis erkenne und sich darum nicht beteiligen wolle.

Mit der Zeit schlug das Pendel aber auf die andere Seite und bereits '1867' waren Anteilscheine für 10 Jahre gezeichnet im Totalbetrag von Fr. 136.50. Die Gemeinde selbst verpflichtete sich daher, ebenfalls Fr.13.50 pro Jahr zu übernehmen.

Schnell stellte sich heraus, dass die Kosten anstelle der geplanten Fr. 1300.- sich auf Fr. 3000.- erhöhen würden. Dies würde der Gemeinde Kosten von Fr. 70.- / Jahr verursachen. Der Beitrag der Interessenten erhöhte sich so auf Fr. 230.-/ Jahr. Trotz dieser Mehrkosten unterzeichnete die Gemeinde Speicher den vorgelegten Vertrag, welcher via Standeskommission dem Bundesrat ausgehändigt wurde.

'1867' wurde das Telegraphenbüro im Postlokal eröffnet. (Die Post befand sich in einem Haus neben dem alten Bahnhof, welches 1996 für die Errichtung des neuen Bahnhofes abgebrochen wurde.) Dass sich diese Einrichtung rentierte, bezeugten die Nettoeinnahmen im Jahre 1878 von Fr. 104.35, welche in die Steuerkasse flossen.

Als nächster Schritt in der Entwicklung folgte bald der erste Fernsprecher. Die allererste Schaltstelle für den Fernsprecher installierte man bei der Firma Schefer im Tannenbaum. ' 1888' wurde sie aber auf höheres Geheiss in die Post verlegt.

Lokalbatterie um 1910

Diese Fernsprecher waren in der Technik der Lokalbatterie gebaut worden und benötigten für eine Verbindung immer das „Fräulein vom Amt“. Sobald ein Kunde eine Verbindung benötigte, musste er an einer am Telephon angebrachten Kurbel drehen und den Läuteknopf drücken. Im Amt, welches durch die Telephonistin bedient wurde, ertönte ein Signal, indem die dem Anrufenden zugeordnete mechanische Klappe ausgelöst wurde. Die Telephonistin erkundigte sich beim Anrufenden nach seinem Verbindungswunsch. Der gewünschte Kunde wurde nun von der Telephonistin angerufen und anschliessend verband die Telephonistin die 2 Kunden miteinander, in dem sie ein Verbindungskabel zwischen die zwei Leitungen stöpselte. Das Gesprächsende war fest vorgegeben; beide tauschten gegenseitig die Worte 'Fertig' oder 'Schluss' aus, worauf beide Abonnenten ihr Handtelephon sofort einhängten. Der Anrufende musste anschliessend nochmals läuten, damit das Fräulein vom Amt die „Verbindung“ aufheben konnte, indem sie das Kabel entfernte.

'1939' beschloss die Telegraphendirektion die Automatisierung des Telefonbetriebes. Auf diesen Zeitpunkt hin wurde auch die Telefonistin, welche viele Jahre gewissenhaft ihren Dienst geleistet hatte, pensioniert.

Einführung der automatischen Telefonie[Bearbeiten]

Die erste automatische Telefonzentrale wurde in der „alten Post“ im Schupfen, wo sich heute der Spar Supermarkt befindet, in Betrieb genommen. Das Erschliessungsgebiet der Zentrale Speicher umfasst nun die Gemeindegebiete Speicher und Trogen. Mit der Zeit wurden alle Wohngebäude mit Kupferadern erschlossen.

Kabelzug zur Hauserschliessung

Die rasche Weiterentwicklung der Technik und die Zuname der Kundenzahl bewog die „Kreistelefondirektion St. Gallen“ '1976' an der Buchenstrasse 11 die heutige Telefonzentrale mit einem neuen elektromagnetischen Vermittlungssystem zu realisieren.

Telefonzentrale Speicher

'1994' erfolgte als weiterer Schritt die Digitalisierung der Verbindungen und Gespräche. Dazu wurde wiederum das komplette elektromagnetische gegen ein digitales elektronisches Vermittlungssystem ausgetauscht.

Das Internet ist da[Bearbeiten]

Als nächster, zukunftsorientierter Schritt erfolgte '2001'die Einführung der Breitbandtechnik, welche als Zugang zum Internet als zusätzliche Technik zur Telefonie zur Verfügung steht.

'2008' wurde dank einer erneuerten Technik das 'TV über die Telefonleitung' eingeführt, welche bis zum Jahr 2013 schweizweit über 1 Million TV-Nutzer bedient.

'2012' wurden Ausrüstungen näher zum Kunden hin platziert, so dass auch Nutzer mit grösserer Distanz zur Telefonzentrale (z.B. Speicherschwendi, Kohlhalde und Hinterwies) von höheren Bandbreiten profitieren können.

Als nächster Schritt bereits vor der Türe steht die Technik Fiber to the home (FTTH), welche die Glasfasern nutzen und so dem Kunden eine Performance von 1GigaBit ermöglichen wird. Zudem wird bis zum Jahre '2018' die ganze bisherige Vermittlungstechnik durch 'All-IP' abgelöst sein.

Das Mobile Netz:[Bearbeiten]

Der Wunsch nach Unabhängigkeit, Mobilität und ständiger Erreichbarkeit unter ein und derselben Nummer, ist richtungsweisend für die mobile Kommunikation.
'1978' erfolgte die Einführung des Nationalen Autotelefons A – Kurz 'Natel A.' Die ersten mobilen Telefongeräte sind unhandlich und schwer, denn sie wiegen rund '20kg' und kosten ca. 'Fr.18‘000.-.' Die Netzkapazität schweizweit von maximal 12‘000 Teilnehmern ist schnell erreicht. Damit Engpässen vermieden werden konnten, begrenzt man die Gesprächszeit auf 3 Minuten.

'1982' wird das Natel B eingeführt, um das Bedürfnis für weitere Kunden abdecken zu können. Aber auch diese Technik stösst bald an ihre Grenzen.

'1989' folgt mit dem Natel C eine neue analoge Technik, welche zellular, ähnlich einer Bienenwabe, aufgebaut ist. Sie hat zahlreiche Sender mit beschränkter Reichweite. Sobald ein Teilnehmer von einem Sendebereich in einen andern bewegt, schaltet das System automatisch auf die andere „Wabe“ um und gewährleistet so den unterbruchslosen Betrieb.

'1991' folgt bereits Natel D, welches auf dem digitalen GSM Standard basiert. Nun können auch Daten, SMS und Faxmeldungen übermittelt werden. Zudem gehört ein im Netz integrierter Anrufbeantworter (Combox) dazu. Das „Handy“ wiegt jetzt nur noch 79 Gramm.

'2005' ist der Start von UMTS, welches das Handy zum Multimedia-Agenten mit grenzenlosen Möglichkeiten macht.

'2012' heisst die neueste Technik LTE. Nun kann der mobile Nutzer nebst surfen im Internet auch TV auf dem Handy empfangen. Die Smartphons haben Einzug gehalten und die Nutzung hat sich grundlegend geändert.


Und in Zukunft?[Bearbeiten]

Zusammengefasst kann man sagen, dass sich der Rhythmus der Technologieverbesserungen sich laufend erhöht, was dem Telekommunikationskunden immer bessere Dienste ermöglichen wird.

Text: Paul Hollenstein, 2014