Kontaktlinsen aus Speicher: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Die Appenzeller  Kontaktlinsen AG ===
=== Die Appenzeller  Kontaktlinsen AG ===
Bereits um 1508 experimentierte Leonardo da Vinci mit kleinen Glasscheiben, um deren Wirkung auf das Auge zu erforschen.<br>
Bereits um 1508 experimentierte Leonardo da Vinci mit kleinen Glasscheiben, um deren Wirkung auf das Auge zu erforschen.<br>
Dieser Neugier haben sich auch M’hamed Bouhlal und Bernd Brückner verpflichtet.<br>
Dieser Neugier haben sich auch M’hamed Bouhlal und Bernd Brückner verpflichtet. Was sie seit 2010 erforschen, fliesst direkt in die Entwicklung neuer Kontaktlinsen ein.
Was sie seit 2010 erforschen, fliesst direkt in die Entwicklung neuer Kontaktlinsen ein. Dabei entstehen laufend neue, innovative Produkte "Made in Speicher".
Dabei entstehen laufend neue, innovative Produkte "made in speicher".


== Momo ==
=== Momo ===
Geboren wurde M’hamed Bouhlal 1973 als Sohn einer Berberfamilie im Rif Gebirge bei Aknoul in Marokko. M'hamed kennt man in Speicher unter dem Namen "Momo". Seine Eltern waren Bauern und bauten auf rund 1000m Höhe Mandeln und Oliven an. Als Momo 6 – jährig war, siedelte seine Familie nach Korsika über. Hier musste er in der Schule Französisch lernen. Da seine Muttersprache die Berbersprache ist, schickten ihn seine Eltern später in eine Ausländerschule nach Marokko, um Arabisch zu lernen. Zurück in Korsika machte er eine Lehre als Bootsmechaniker, anschliessend noch eine Zusatzlehre als Automechaniker. Momo hat zwei Brüder, die weiterhin auf Korsika wohnen.
Geboren wurde M’hamed Bouhlal 1973 als Sohn einer Berberfamilie im Rif Gebirge bei Aknoul in Marokko. M'hamed kennt man in Speicher unter dem Namen "Momo". Seine Eltern waren Bauern und bauten auf rund 1000m Höhe Mandeln und Oliven an.<br>
Als Momo 6 – jährig war, siedelte seine Familie nach Korsika über. Hier musste er in der Schule Französisch lernen.<br>
Da seine Muttersprache die Berbersprache ist, schickten ihn seine Eltern später in eine Ausländerschule nach Marokko, um Arabisch zu lernen. Zurück in Korsika machte er eine Lehre als Bootsmechaniker, anschliessend noch eine Zusatzlehre als Automechaniker. Momo hat zwei Brüder, die weiterhin auf Korsika wohnen.
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Image:Momo1.JPG|<small>Momo um 1978</small>
Image:Momo2.JPG|<small>Momo mit Mutter</small>
Image:M'hamed Bouhlal.jpg|<small>Momo im Jahr 2026</small>
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In seinen Sommerferien arbeitete der 16-jährige Momo im Laden des Campingplatzes von Algajola, wo er seine zukünftige Frau Iris Lutz aus Speicher kennenlernte, welche mit ihren Eltern dort Ferien machte.<br>
Mit 24 Jahren kam er nach Speicher und fand Arbeit in einer Firma für Medizinalartikel in St. Gallen, die Infusionsbeutel herstellte. Über weitere Arbeitgeber fand er eine Stelle bei einem Kontaktlinsenhersteller in St. Gallen. Nach der Heirat und der vorgegebenen Wartezeit erwarb er das Schweizer Bürgerrecht von Wolfhalden.<br>


Fotos: Galerie
=== Startup Kontaktlinsen-Produktion ===
Da die bisherigen Arbeitgeber seinen Ansprüchen nicht entsprechen konnten, entschloss er sich zusammen mit Bernd Brückner zu einhem Startup für eine eigene Kontaktlinsenproduktion.<br>
Der Name des Startups von 2010 mit der Bezeichnung "Lens4me" wurde 2012 in '''Appenzeller Kontaktlinsen AG''' geändert, was die Verankerung in der Region betonen soll. In Speicher befindet sich der Hauptsitz. Weitere Büros finden sich in Deutschland, Österreich und Frankreich.<br>


In seinen Sommerferien arbeitete der 16-jährige Momo im Laden des Campingplatzes von Algajola, wo er seine zukünftige Frau Iris Lutz aus Speicher kennenlernte, welche mit ihren Eltern dort  Ferien machte.
=== Appenzeller Kontaktlinsen stellen sich vor: ===
Mit 24 Jahren kam er nach Speicher und fand Arbeit in einer Medizinalartikel Firma in St. Gallen, die Infusionsbeutel herstellte. Über weitere Arbeitgeber fand er eine Stelle bei einem Kontaktlinsenhersteller in St. Gallen. Nach der Heirat und der vorgegebenen Wartezeit erwarb er das Schweizer Bürgerrecht von Wolfhalden.
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== Startup Kontaktlinsen-Produktion ==  
==== <big>Kontaktlinse - ein Medizinprodukt</big> ====
Da seine bisherigen Arbeitgeber seinen Ansprüchen nicht gerecht wurden, entschloss er sich, zusammen mit Bernd Brückner zu einhem Startup für eine eigene Kontaktlinsenproduktion. Der Name des Startups von 2010 mit der Bezeichnung "Lens4me" wurde 2012 in "Appenzeller Kontaktlinsen AG" geändert, was die Verankerung in der Region betonen soll. In Speicher befindet sich der Hauptsitz. Weitere Büros finden sich in Deutschland, Österreich und Frankreich
In Speicher entwickelt und forscht ein Spezialistenteam der Appenzeller Kontaktlinsen AG an neuen Produkten.<br>
Die Produktpalette umfasst den Bereich der hydrophilen und formstabilen Kontaktlinsen und deckt damit den gesamten Einkaufsbereich von Augenärzten und Augenoptikern ab. Die Haltbarkeit der Kontaktlinsen hängt von der Art der Linse ab und kann bis zu einem Jahr betragen.<br>
Nachfolgend die in Speicher produzierten Kontaktlinsentypen für unterschiedliche Anwendungen:<br>
* Weiche Halbjahres- und Jahreskontaktlinsen für die Nutzung digitaler Medien wie Smartphone, Computerbildschirm, Tablets und E-Reader.
* Formstabile Kontaktlinsen, welche bei starker Hornhautverkrümmung und einem grossen Pupillendurchmesser genutzt wird.
* Sklerallinsen, die sich quasi auf dem Auge festsaugt, damit kein Staub unter die Linse gelangen kann.
* i-shap-Linse wird genau auf das Auge angepasst, wenn z.B. Vernarbungen der Hornhaut vorliegen.
* Ortho-K-Linse hilft im Schlaf die Krümmung der Hornhaut bei Kurzsichtigkeit "umzuformen", um das Auge so zur vollen Sehkraft zu bringen.
* Keratokonus Linse ist einfach anzupassen und bietet höchsten Tragkomfort.
* proASSIST hilft, bei Myopie das Längenwachstum des Auges einzudämmen. Diese Linse wird als weiche und formstabile Kontaktlinse produziert.
* i-MATRIX Multi ist eine ausgezeichnete Linse. Die Linse, die wir unter der Bezeichnung Binova i-Flex SC Progressive für die französische Firma Novacel herstellen, wurde 2017 mit dem Silmo d’Or ausgezeichnet.<br>
Um die Linsen einfacher auf dem Auge einzusetzen, entwickelte Appenzeller Kontaktlinsen AG eine spezielle Einsetzhilfe für Sklerallinsen, welche ohne Batterie auskommt und ein Leben lang hält.<br>


== Appenzeller Kontaktlinsen stellen sich vor: ==
Die Produktepalette der Appenzeller Kontaktlinsen AG wird ständig erweitert.<br>
Damit ihre Produkte auch international vermarktet werden können, ist ein entsprechendes Netzwerk notwendig. Den Erfolg garantiert auch eine internationale Zertifizierung ihrer Firma.<br>
Die stetige Erweiterung neuer Kontaktlinsen-Linien erforderte auch eine Expansion der Produktion, so dass heute rund 30 Mitarbeiter beschäftigt sind.<br>
Heute ist '''Appenzeller Kontakltlinsen AG''' wegen ihrer hohen Perfektion einer der führenden Schweizer Hersteller für Kontaktlinsen. Pro Jahr werden hier rund 100'000 Linsen hergestellt.<br>


Video
==== <big>Herstellungsprozess</big> ====
Eine Kontaktlinse ist ein Einzelprodukt und kann nicht serienmässig produziert werden.<br>
Für deren Herstellung nutzt Appenzeller Linsen AG die neuste Fertigungstechnologie mit Maschinen, deren Einstellungen im Nanobereich liegen und damit höchste Präzision beim Schneideverfahren der Kontaktlinsen garantieren. Diese teuren hochpräzisen Spezialmaschinen werden in Kalifornien hergestellt. Mit ihnen können für praktisch alle Sehfehler unsichtbare Sehhilfen produziert werden.<br>
Produktion und Qualitätskontrolle sind '''«swiss made»''', d.h. sämtliche Verarbeitungsschritte finden in Speicher statt.<br>


=== Kontaktlinse - ein Medizinprodukt ===
Mit der Bestellung für eine Kontaktlinse wird festgelegt, welches Grundmaterial dafür verwendet werden muss.<br>
In Speicher entwickelt und forscht ein Spezialistenteam der Appenzeller Kontaktlinsen AG an neuen Produkten. Die Produktpalette umfasst den Bereich der hydrophilen und formstabilen Kontaktlinsen und deckt damit den gesamten Einkaufsbereich von Augenärzten und Augenoptikern ab. Die Haltbarkeit der Kontaktlinsen hält von der Art der Linse ab und kann bis zu einem Jahr betragen.  
Der Rohlinge für die Kontaktlinse ist ein biokompatibler Polymer-Kunststoff und stammt ausschliesslich aus England oder den USA. Dieser vorproduzierte Zapfen wird mit speziellem Wachs auf Halterungen geklebt und anschliessend in ein Drehmaschinenfutter eingespannt.<br>
Hier entstehende Kontaktlinsentypen für unterschiedliche Anwendungen:
<gallery mode=packed-hover|left>
• Weiche Halbjahres- und Jahreskontaktlinsen für die Nutzung digitaler Medien wie Smartphone, Computerbildschirm, Tablets und E-Reader.
Image:AKL Produktion 1.jpg|<small>Vorbereitung für Dreharbeit</small>
• Formstabile Kontaktlinsen, welche bei starker Hornhautverkrümmung und einem grossen Pupillendurchmesser genutzt wird.
Image:AKL Produktion 2.jpg|<small></small>
• Sklerallinsen, die sich quasi auf dem Auge festsaugt, damit kein Staub unter die Linse gelangen kann.
Image:AKL Produktion 3.jpg|<small>Dreharbeit</small>
• i-shap-Linse wird genau auf das Auge angepasst, wenn z.B. Vernarbungen der Hornhaut vorliegen.
Image:AKL Produktion 4.jpg|<small>Kontrolle</small>
• Ortho-K-Linse hilft im Schlaf die Krümmung der Hornhaut bei Kurzsichtigkeit "umzuformen", um das Auge so zur vollen Sehkraft zu bringen.  
Image:AKL Produktion 5.jpg|<small></small>
• Keratokonus Linse ist einfach anzupassen und bietet höchsten Tragkomfort.  
Image:AKL Produktion 6.jpg|<small>Qualitätskontrolle</small>
• proASSIST hilft, bei Myopie das Längenwachstum des Auges einzudämmen. Diese Linse wird als weiche und formstabile Kontaktlinse produziert.  
</gallery>
• i-MATRIX Multi ist eine ausgezeichnete Linse. Die Linse, die wir unter der Bezeichnung Binova i-Flex SC Progressive für die französische Firma Novacel herstellen, wurde 2017 mit dem Silmo d’Or ausgezeichnet.
Die Dreharbeit erfolgt nach dem vorgegebenen Rezept eines Arztes oder Fachspezialisten. Das dafür verwendete Diamantenmesser bildet die Linse nach diesem Rezept im Nanobereich nach. Dabei können auch Kontaktlinsen für Augen hergestellt werden, die wegen Verletzungen Vernarbungen aufweisen und daher spezielle Formen brauchen.<br>
Um die Linsen einfacher auf dem Auge einzusetzen, entwickelte Appenzeller Kontaktlinsen AG eine spezielle Einsetzhilfe für Sklerallinsen, welche ohne Batterie auskommt und ein Leben lang hält.
Die Produktion ist immer auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kunden ausgerichtet, denn kein Kunde ist wie ein anderer und kein Auge ist wie ein anderes. Jede einzeln produzierte Linse erhält per Lasergravur eine Produktionsnummer, welche für eine spätere Nachbestellung dem Kunden seine persönliche Linse garantiert.<br>
Zum Abschluss der Produktionsprozesses werden die Linsen poliert, geprüft und ausgemessen.<br>
Anschliessend werden sie verpackt und gehen in den Versand.<br>
All diese Tätigkeiten erfordern höchste Reinheit.<br>
==== <big>Kontaktliseninstitut</big> ====
Die Appenzeller Kontaktlinsen AG betreibt in Speicher ein Kontaktlinseninstitut, wo Augen durch Spezialgeräte mit bis zu 500'000 Messpunkten ausgemessen werden können. Hier arbeiten spezialisierte Orthoptisten, um so die optimale Linse im Nanobereich für den Kunden und damit die höchste Qualität herzustellen.<br>
Die weltweite persönliche Beratung ist ein weiteres Merkmal zur Kundennähe.<br>
Das Credo der Appenzeller Kontaktlinsen AG lautet:<br>
'''"Passt" - Das ist unser Versprechen!'''<br>
<br>


Die Produktepalette der Appenzeller Kontaktlinsen AG wird ständig erweitert. Damit ihre Produkte auch international vermarktet werden können, ist ein entsprechendes Netzwerk notwendig. Den Erfolg garantiert auch eine internationale Zertifizierung ihrer Firma.
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Quelle: Appenzeller Kontaktlinsen AG<br>
Die stetige Erweiterung neuer Kontaktlinsen-Linien erforderte auch eine Expansion der Produktion, so dass heute rund 30 Mitarbeiter bei Appenzeller Kontaktlinsen AG beschäftigt sind. Heute ist die in Speicher ansässige Firma wegen ihrer hohen Perfektion einer der führenden Schweizer Hersteller für Kontaktlinsen. Pro Jahr werden hier rund 100'000 Linsen hergestellt.
Videoschnitt: Paul Hollenstein<br>
 
Text: Paul Hollenstein, 2026<br>
===Herstellungsprozess ===
</small>
Eine Kontaktlinse ist ein Einzelprodukt und kann nicht serienmässig produziert werden.
<br>
Für deren Herstellung nutzt Appenzeller Linsen AG die neuste Fertigungstechnologie mit Maschinen, deren Einstellungen im Nanobereich liegen und damit höchste Präzision beim Schneideverfahren der Kontaktlinsen garantieren. Diese teuren hochpräzisen Spezialmaschinen werden in Kalifornien hergestellt. Mit ihnen können für praktisch alle Sehfehler unsichtbare Sehhilfen produziert werden. Produktion und Qualitätskontrolle sind «swiss made», d.h. sämtliche Verarbeitungsschritte finden in Speicher statt.
[[Kategorie:Wirtschaft und Gewerbe]]
 
[[Kategorie:Erzählte Geschichte]]
Mit der Bestellung für eine Kontaktlinse wird festgelegt, welches Grundmaterial dafür verwendet werden muss. Der Rohlinge für die Kontaktlinse ist ein biokompatibler Polymer-Kunststoff und stammt ausschliesslich aus England oder den USA. Dieser vorproduzierte Zapfen wird mit speziellem Wachs auf Halterungen geklebt und anschliessend in ein Drehmaschinenfutter eingespannt.
[[Kategorie:Filmaufnahmen]]
 
Fotos: Galerie
 
Die Dreharbeit erfolgt nach dem vorgegebenen Rezept eines Arztes oder Fachspezialisten. Das dafür verwendete Diamantenmesser bildet die Linse nach diesem Rezept im Nanobereich nach. Dabei können auch Kontaktlinsen für Augen hergestellt werden, die wegen Verletzungen Vernarbungen aufweisen und daher spezielle Formen brauchen.
 
Die Produktion ist immer auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kunden ausgerichtet, denn kein Kunde ist wie ein anderer und kein Auge ist wie ein anderes. Jede einzeln produzierte Linse erhält per Lasergravur eine Produktionsnummer, welche für eine spätere Nachbestellung dem Kunden seine persönliche Linse garantiert.
 
Zum Schluss der Produktionsprozesses werden die Linsen poliert, geprüft und ausgemessen. Anschliessend werden sie verpackt und gehen in den Versand.
All diese Tätigkeiten erfordern höchste Reinheit.
 
Die Appenzeller Kontaktlinsen AG betreibt in Speicher auch ein Kontaktlinseninstitut, wo Augen durch Spezialgeräte mit 500'000 Messpunkten ausgemessen werden können. Hier arbeiten spezialisierte Orthoptisten, um so die optimale Linse im Nanobereich für den Kunden und damit die höchste Qualität herzustellen.
Die weltweite persönliche Beratung ist ein weiteres Merkmal zur Kundennähe. Das Credo der Appenzeller Kontaktlinsen AG lautet: "Passt" - Das ist unser Versprechen!

Aktuelle Version vom 16. April 2026, 17:09 Uhr

Die Appenzeller Kontaktlinsen AG

Bereits um 1508 experimentierte Leonardo da Vinci mit kleinen Glasscheiben, um deren Wirkung auf das Auge zu erforschen.
Dieser Neugier haben sich auch M’hamed Bouhlal und Bernd Brückner verpflichtet. Was sie seit 2010 erforschen, fliesst direkt in die Entwicklung neuer Kontaktlinsen ein. Dabei entstehen laufend neue, innovative Produkte "made in speicher".

Momo

Geboren wurde M’hamed Bouhlal 1973 als Sohn einer Berberfamilie im Rif Gebirge bei Aknoul in Marokko. M'hamed kennt man in Speicher unter dem Namen "Momo". Seine Eltern waren Bauern und bauten auf rund 1000m Höhe Mandeln und Oliven an.
Als Momo 6 – jährig war, siedelte seine Familie nach Korsika über. Hier musste er in der Schule Französisch lernen.
Da seine Muttersprache die Berbersprache ist, schickten ihn seine Eltern später in eine Ausländerschule nach Marokko, um Arabisch zu lernen. Zurück in Korsika machte er eine Lehre als Bootsmechaniker, anschliessend noch eine Zusatzlehre als Automechaniker. Momo hat zwei Brüder, die weiterhin auf Korsika wohnen.

In seinen Sommerferien arbeitete der 16-jährige Momo im Laden des Campingplatzes von Algajola, wo er seine zukünftige Frau Iris Lutz aus Speicher kennenlernte, welche mit ihren Eltern dort Ferien machte.
Mit 24 Jahren kam er nach Speicher und fand Arbeit in einer Firma für Medizinalartikel in St. Gallen, die Infusionsbeutel herstellte. Über weitere Arbeitgeber fand er eine Stelle bei einem Kontaktlinsenhersteller in St. Gallen. Nach der Heirat und der vorgegebenen Wartezeit erwarb er das Schweizer Bürgerrecht von Wolfhalden.

Startup Kontaktlinsen-Produktion

Da die bisherigen Arbeitgeber seinen Ansprüchen nicht entsprechen konnten, entschloss er sich zusammen mit Bernd Brückner zu einhem Startup für eine eigene Kontaktlinsenproduktion.
Der Name des Startups von 2010 mit der Bezeichnung "Lens4me" wurde 2012 in Appenzeller Kontaktlinsen AG geändert, was die Verankerung in der Region betonen soll. In Speicher befindet sich der Hauptsitz. Weitere Büros finden sich in Deutschland, Österreich und Frankreich.

Appenzeller Kontaktlinsen stellen sich vor:

Kontaktlinse - ein Medizinprodukt

In Speicher entwickelt und forscht ein Spezialistenteam der Appenzeller Kontaktlinsen AG an neuen Produkten.
Die Produktpalette umfasst den Bereich der hydrophilen und formstabilen Kontaktlinsen und deckt damit den gesamten Einkaufsbereich von Augenärzten und Augenoptikern ab. Die Haltbarkeit der Kontaktlinsen hängt von der Art der Linse ab und kann bis zu einem Jahr betragen.
Nachfolgend die in Speicher produzierten Kontaktlinsentypen für unterschiedliche Anwendungen:

  • Weiche Halbjahres- und Jahreskontaktlinsen für die Nutzung digitaler Medien wie Smartphone, Computerbildschirm, Tablets und E-Reader.
  • Formstabile Kontaktlinsen, welche bei starker Hornhautverkrümmung und einem grossen Pupillendurchmesser genutzt wird.
  • Sklerallinsen, die sich quasi auf dem Auge festsaugt, damit kein Staub unter die Linse gelangen kann.
  • i-shap-Linse wird genau auf das Auge angepasst, wenn z.B. Vernarbungen der Hornhaut vorliegen.
  • Ortho-K-Linse hilft im Schlaf die Krümmung der Hornhaut bei Kurzsichtigkeit "umzuformen", um das Auge so zur vollen Sehkraft zu bringen.
  • Keratokonus Linse ist einfach anzupassen und bietet höchsten Tragkomfort.
  • proASSIST hilft, bei Myopie das Längenwachstum des Auges einzudämmen. Diese Linse wird als weiche und formstabile Kontaktlinse produziert.
  • i-MATRIX Multi ist eine ausgezeichnete Linse. Die Linse, die wir unter der Bezeichnung Binova i-Flex SC Progressive für die französische Firma Novacel herstellen, wurde 2017 mit dem Silmo d’Or ausgezeichnet.

Um die Linsen einfacher auf dem Auge einzusetzen, entwickelte Appenzeller Kontaktlinsen AG eine spezielle Einsetzhilfe für Sklerallinsen, welche ohne Batterie auskommt und ein Leben lang hält.

Die Produktepalette der Appenzeller Kontaktlinsen AG wird ständig erweitert.
Damit ihre Produkte auch international vermarktet werden können, ist ein entsprechendes Netzwerk notwendig. Den Erfolg garantiert auch eine internationale Zertifizierung ihrer Firma.
Die stetige Erweiterung neuer Kontaktlinsen-Linien erforderte auch eine Expansion der Produktion, so dass heute rund 30 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Heute ist Appenzeller Kontakltlinsen AG wegen ihrer hohen Perfektion einer der führenden Schweizer Hersteller für Kontaktlinsen. Pro Jahr werden hier rund 100'000 Linsen hergestellt.

Herstellungsprozess

Eine Kontaktlinse ist ein Einzelprodukt und kann nicht serienmässig produziert werden.
Für deren Herstellung nutzt Appenzeller Linsen AG die neuste Fertigungstechnologie mit Maschinen, deren Einstellungen im Nanobereich liegen und damit höchste Präzision beim Schneideverfahren der Kontaktlinsen garantieren. Diese teuren hochpräzisen Spezialmaschinen werden in Kalifornien hergestellt. Mit ihnen können für praktisch alle Sehfehler unsichtbare Sehhilfen produziert werden.
Produktion und Qualitätskontrolle sind «swiss made», d.h. sämtliche Verarbeitungsschritte finden in Speicher statt.

Mit der Bestellung für eine Kontaktlinse wird festgelegt, welches Grundmaterial dafür verwendet werden muss.
Der Rohlinge für die Kontaktlinse ist ein biokompatibler Polymer-Kunststoff und stammt ausschliesslich aus England oder den USA. Dieser vorproduzierte Zapfen wird mit speziellem Wachs auf Halterungen geklebt und anschliessend in ein Drehmaschinenfutter eingespannt.

Die Dreharbeit erfolgt nach dem vorgegebenen Rezept eines Arztes oder Fachspezialisten. Das dafür verwendete Diamantenmesser bildet die Linse nach diesem Rezept im Nanobereich nach. Dabei können auch Kontaktlinsen für Augen hergestellt werden, die wegen Verletzungen Vernarbungen aufweisen und daher spezielle Formen brauchen.
Die Produktion ist immer auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kunden ausgerichtet, denn kein Kunde ist wie ein anderer und kein Auge ist wie ein anderes. Jede einzeln produzierte Linse erhält per Lasergravur eine Produktionsnummer, welche für eine spätere Nachbestellung dem Kunden seine persönliche Linse garantiert.
Zum Abschluss der Produktionsprozesses werden die Linsen poliert, geprüft und ausgemessen.
Anschliessend werden sie verpackt und gehen in den Versand.
All diese Tätigkeiten erfordern höchste Reinheit.

Kontaktliseninstitut

Die Appenzeller Kontaktlinsen AG betreibt in Speicher ein Kontaktlinseninstitut, wo Augen durch Spezialgeräte mit bis zu 500'000 Messpunkten ausgemessen werden können. Hier arbeiten spezialisierte Orthoptisten, um so die optimale Linse im Nanobereich für den Kunden und damit die höchste Qualität herzustellen.
Die weltweite persönliche Beratung ist ein weiteres Merkmal zur Kundennähe.
Das Credo der Appenzeller Kontaktlinsen AG lautet:
"Passt" - Das ist unser Versprechen!

Quelle: Appenzeller Kontaktlinsen AG
Videoschnitt: Paul Hollenstein
Text: Paul Hollenstein, 2026