Sturzenegger Hans, Hackbrettspieler: Unterschied zwischen den Versionen

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Daneben unterrichtet er Musikschüler auf dem Hackbrett, damit die traditionellen appenzellischen Kompositionen weiterhin gespielt werden können.<br>
 
Daneben unterrichtet er Musikschüler auf dem Hackbrett, damit die traditionellen appenzellischen Kompositionen weiterhin gespielt werden können.<br>
  
Hans spielt ein Lieblingsstück:
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Hans spielt "De Jock Alder am Hackbrett":
 
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Version vom 4. Dezember 2019, 10:29 Uhr

Bauer

Hans Sturzenegger Hackbrettspieler

Geboren im Jahr 1958, als 2. von 4 Kindern der Familie Hans und Elsie Sturzenegger, wuchs Hans auf dem elterlichen Bauernhof in der Steinegg (heute Teufenerstrasse 30) auf.

Die Schule absolviert er in Speicher. Später absolvierte er Kurse an der Landwirtschaftlichen Schule Flawil, wo er für die Übernahme des elterlichen Betriebes vorbereitet wurde.

1987 heiratete er seine Braut Sonja Zellweger, im gleichen Jahr konnte er den Bauernbetrieb übernehmen.
Der reine Milchwirtschafts- und Aufzuchtbetrieb entwickelte sich weiter, so dass rund 50 Tiere zu betreuen waren.
Spaziergänger erfreuten sich an der Farbenpracht der vielen verschiedenen Fuchsien-Arten, welche Sonja jeweils an der südlichen Hauswand aufgereiht hatte.

Die vielen Auftritte von Hans als geschätzter Hackbrettspieler machten es mit der Zeit notwendig, dass er einen landwirtschaftlichen Angestellten beschäftigen musste. Während fast vier Jahren arbeitete Andreas von Allmen auf dem Betrieb, bis ihm Hans Sturzenegger die Übernahme als Pachtbetrieb anerbot. Seit Januar 2014 führen nun Andreas und Sonja von Allmen-Frick den Bauernhof an der Teufenerstrasse 30 weiter.

Hackbrettspieler

Hans war bereits 15-jährig, als er erstmals mit einem Hackbrett in Berührung kam.
Sein Vater kaufte ihm ein Hackbrett, um ihn zum Komponisten und Volksmusikanten Emil Walser nach Trogen in die Stunde zu schicken. Diese Stunden dauerten rund ein halbes Jahr und endeten abrupt, als sein Musiklehrer während der Musikstunde an einem Herzinfarkt verstarb. Was für ein Schreck für den Jüngling!

Sein neuer Lehrer war nun Jakob (Jock) Alder aus Hundwil, der aus der berühmten Alder Dynastie stammte und in der Kapelle Edelweiss spielte. Bei ihm erlernte Hans in 2 Jahren das Hackbrettspiel, so dass er als 17-Jähriger bereits seine ersten Auftritte machen konnte. Da Hans damals auch Mitglied der Volkstanzgruppe Speicher war, engagierte ihn deren Leiter Ernst Brunner gerne als musikalischen Begleiter für ihre Vorführungen.

1975 vermittelte Jock Alder seinen Schüler Hans an die Kapelle «Warth-Buebe» mit Beat und Roman Streule aus Appenzell, welche dringend einen neuen Hackbrettler brauchten. Der Zufall wollte es, dass er den ersten Auftritt mit den «Warth-Buebe» für Jakob Lanker hatte, dem Patron der Lanker AG, und sein direkter Nachbar. Dies sind die Anfänge einer mittlerweile fast 45-jährigen Karriere.

Hans erklärt, wie ein Hackbrett aufgebaut ist und funktioniert:

Da mit den Jahren die Stabilität des Holzes beim Hackbrett durch die ewige Anspannung der Drähte etwas nachlässt, was für den Ton natürlich nicht gerade förderlich ist, spielt Hans Sturzenegger bereits auf seinem dritten vom «Chline Fochsli» in der Meistersrüti gebauten Instrument.

Heute ist Hans Sturzenegger ein gefragter Musikant und einer der wenigen Vollprofis auf diesem Instrument.
Die Zuhörer kommen vor allem an öffentlichen Veranstaltungen, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Seniorennachmittagen, Beerdigungen, Gottesdiensten, Lesungen, Stubeten, Firmenanlässen, Appenzeller Abenden, ja selbst in Hotels, Kliniken und Spitälern in den Genuss seines Könnens.

Daneben unterrichtet er Musikschüler auf dem Hackbrett, damit die traditionellen appenzellischen Kompositionen weiterhin gespielt werden können.

Hans spielt "De Jock Alder am Hackbrett":

Ein Höhepunkt in der Karriere des begnadeten Musikanten ist sicher die Einladung als Ehrengast beim «Sechseleuten» in Zürich, wo er im Umzug mitlaufen und anschliessend in der Zunft aufspielen konnte. Da Hans dabei auch Appenzeller Witze erzählte, machte den Abend für die eher nüchternen Zürcher zu einem Erlebnis.

14 Tage New York, Rom, diverse TV-Auftritte, Filmprojekte wie «Ur-Musig» oder fürs Jubiläum der Appenzellerbahn, die musikalische Umrahmung eins Diskussionsabends im prall gefüllten Grossmünster Zürich mit Viktor Giacobbo und dem Münsterpfarrer Christoph Sigrist sind weitere Höhepunkte, die Hans Sturzenegger unvergesslich bleiben.

Witzeerzähler

2009 organisierte der Trogener Konzeptkünstler Hansruedi Fricker einen Wettbewerb über die besten Appenzeller Witze, welche Hans als begabter Witze-Erzähler prompt gewann.
Als 1. Witzkönig vom Appenzellerland ist er immer noch im Amt, denn der Wettbewerb wurde nur einmal durchgeführt.

Witze und Appenzeller gehören zusammen:

Videos: Paul Hollenstein, November 2019
Text: Paul Hollenstein
Fotos: Hans Sturzenegger; Paul Hollenstein