Sonnengesellschaft Jubiläumsjahr 2020

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Die Sonnengesellschaft feierte im Jahr 2020 ihr 200-Jahr-Jubiläum. Ihre Gründung geht auf eine Initiative des appenzellischen «Sängervaters» Johann Heinrich Tobler und einer Anzahl gleichgesinnter Persönlichkeiten zurück. Im Oktober 1820 fand die erste Versammlung im damaligen Haus «zur Sonne» in Speicher statt – in der Folge gingen von ihr entscheidende und überregional beachtete Initiativen und Impulse zur Förderung des Schulwesens, der Mädchenbildung, des allgemeinen Volkswohls und zum Kampf gegen die Armut aus.

Chronik 2020[Bearbeiten]

Die Geschichte der Sonnengesellschaft ist vergleichsweise gut dokumentiert. Neben der vorliegenden Übersicht auf wikispeicher.ch und Würdigungen in den Gemeindegeschichten (Tannerchronik 1853, Eugsterchronik 1947, Strebelchronik 2014) liegen Festschriften zu 60, 75, 100, 150 und 175 Jahren Sonnengesellschaft vor. Eine Fülle von Dokumenten aus der Sonnengesellschaft sind im Staatsarchiv des Kantons Appenzell Ausserrhoden (StAAR Pa.086) aufbewahrt und katalogisiert. Die Chronik von 2020, verfasst von Martin Hüsler, deckt die 200-jährige Geschichte ab und bewertet die Leistungen und Tätigkeiten der Sonnengesellschaft aus heutiger Sicht.

Ausstellung „200 Jahre Sonnengesellschaft“[Bearbeiten]

Im Museum für Lebensgeschichten im Hof Speicher wurde die Geschichte der Sonnengesellschaft Speicher dargestellt. Die Ausstellung - vom 14. März 2020 bis 30. Januar 2021 - vermittelte einen Einblick in ausgewählte Tätigkeiten der Gesellschaft.

Neben schriftlichen Informationstafeln lud eine Leseecke zum Stöbern in Schriftdokumenten mit Bezug zur Sonnengesellschaft ein.

Virtueller Rundgang[Bearbeiten]

Kuratorin Maria Nänni und der Präsident der Sonnengesellschaft, Peter Abegglen, laden zu einem Rundgang ein, der wichtige Aspekte der Ausstellung beleuchtet.

Kurzversion 15 Minuten:

Version mit vertiefenden Informationen, 30 Minuten


Interviews zur Sonnengesellschaft[Bearbeiten]

In einem Video geben Interviews von Mitgliedern Einblicke in die heutige Bedeutung der Sonnengesellschaft. Vertreten sind die Vorstandsmitglieder 2020, ehemalige Präsident/innen oder Vorstandsmitglieder, sowie Alt- und Neumitglieder. Filmdauer: ca. 15 Minuten

Jubiläumsanlässe[Bearbeiten]

Blick zurück und Blick nach vorn ist das doppelte Anliegen der Jubiläumsaktivitäten. In deren Zentrum stehen theatralische Ereignisse mit historischen und heutigen Figuren, jeweils ergänzt um ein «Gemeinschaftswerk».

Die «Ereignisse» und das daraus heraus entstehende «Gemeinschaftswerk» bezogen sich auf jeweils ein Thema, das in der Geschichte der Sonnengesellschaft eine zentrale Rolle spielte, das für die Vergangenheit und Gegenwart des Dorfs Speicher wichtig war und das in die Zukunft weist. Hauptthemen sind Ernährung, Werte der Gemeinschaft und Bildung.

Neujahrsapero vom 4. Januar 2020[Bearbeiten]

Der Neujahrsapero 2020 im Buchensaal eröffnete das Jubiläumsjahr der Sonnengesellschaft mit einer theatralischen Zeitreise mit Schauspieler Philipp Langenegger alias Joh. Hch. Tobler, dem eigentlichen Gründer der Sonnengesellschaft und „Sängervater.“ Filmausschnitt (3 Min) aus der theatralischen Zeitreise:

Und hier das Theaterstück in voller Länge (ca. 20 Minuten):

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Toblerlied "Gute Nacht" mit dem Chor Wald.









Singen war ein Anliegen Johann Heinrich Toblers. Anstelle eines gemeinsamen Chorgesangs alter Prägung liessen sich die Organisatoren ein in den in den Neujahrsapero eingebettetes, gemeinsames Singen in Form eines „Crash“-Kurses Jodeln mit Nadja Räss einfallen.


Hörstück «E komischi Zit… aber e gueti Zit!»[Bearbeiten]

Das Vereinsfestival Speicher vom Mai 2020 fiel coronabedingt aus. Für den Unterhaltungsabend war als Beitrag der Sonnengesellschaft ein theatralisches Ereignis zum Thema „Gemeinschaft im Dorf“ vorgesehen.

Hunger, Armut und Corona

Peter Surber hat das Theaterstück zum Hörstück «E komischi Zit… aber e gueti Zit!» umgearbeitet und gleichzeitig aktuelle Ereignisse vom contact tracing über die Ehe für alle bis zum Ausserrhoder Regierungsrat ohne Frauen eingeflochten. Entstanden ist ein Dialog als akustische Zeitreise mit Johann Heinrich Tobler und der Serviceangestellten Johanna von Tobel: unterhaltsam, feinsinnig, humorvoll, zeitkritisch und zeitlos. Lassen Sie sich überraschen, wie „systemrelevant“ die Sonnengesellschaft war und vielleicht noch ist!

Hörstück zum 200-Jahr-Jubiläum der Sonnengesellschaft Speicher. «E komischi Zit… aber e gueti Zit!», Dauer 17 Minuten

Text: Peter Surber
Regie: Karin Bucher
Stimmen: Jeanne Devos, Philipp Langenegger
Audio: Karin Bucher, Thomas Karrer
Technik: Sven Bischof
Videobearbeitung: Paul Hollenstein

Anstatt-Jahrmarkt[Bearbeiten]

Anstatt-Jahrmarkt.JPG

Der Jahrmarkt 2020 und auch die Viehschau fielen den Coronamassnahmen zum Opfer. Markt-und Generationenkommission sowie die Bauern von Speicher und die Sonnengesellschaft organisierten deshalb einen "Anstatt-Jahrmarkt". Das Thema Thema "Ernährung früher und heute" zielte auf die lokale Ernährungsproduktion. Der Anlass wurde angeregt durch die Sonnengesellschaft, die in ihrem Jubiläumsjahr der von ihr in den 1830er-Jahren gegründeten „Erdäpfelanstalt“ gedenken wollte. Rund 250 Personen nahmen an diesem Anlass teil und liessen ihn zu einem vollen Erfolg werden.


Bauernmarkt[Bearbeiten]

Bauernmarkt.jpeg

Bauern von Speicher stellten an Marktständen ihre Produkte vor und erklären, wie sie diese Produkte erzeugen. Selbstverständlich können Sie diese lokalen Produkte auch erwerben, um sich von der hohen Qualität selbst zu überzeugen.

Ernährung früher und heute[Bearbeiten]

Mit der Ernährung befassen sich auch die Beiträge der Sonnengesellschaft Speicher, die 2020 ihr 200-jähriges Bestehen feiert. Eines der zentralen Anliegen der Sonnengesellschaft in ihren Anfängen war die Verbesserung der Ernährung der Bevölkerung. Unter anderem gründete sie eine Kartoffelanstalt und einen Lebensmittelverein.




Vo de Hungerjohr, Insektefood und em Röschtigrabe[Bearbeiten]

Theater Hungerjohr.jpeg

Der unterhaltende Beitrag besteht in einer theatralischen Aktion unter dem Titel „Vo de Hungerjohr, Insektefood und em Röschtigrabe“









Kartoffel-Tavolata - gemeinsam essen[Bearbeiten]

Tavolata.jpeg

Der kulinarische Beitrag bestand in einer Tavolata, zu der alle Besucherinnen und Besucher eingeladen waren. An dieser Tavolata wurden die im April vor dem Zellerhof gemeinschaftlich gepflanzten und anfangs September geernteten Kartoffeln aufgetischt, eine Hommage an die Gründer der „Erdäpfelanstalt“










Die Bilder vom Anstatt-Jahrmarkt[Bearbeiten]

Es fotografierten Mark Riklin, Beat Brunner und Peter Abegglen

Hörstück «Die Freiheit! Die vermaledeite Freiheit!»[Bearbeiten]

Wie der Gründer der Sonnengesellschaft, Sängervater Johann Heinrich Tobler, anno dazumal die Freiheit lobte, mit den heute scheinbar grenzenlosen Freiheiten seine liebe Mühe hat – und von Johanna Vontobel auf der Hohen Buche erfährt, dass auch im Jahr 2021 um die Freiheit nicht alles zum besten steht.

Das Hörstück entstand anstelle eines ursprünglich geplanten Theaterstücks zum Jubiläumsfest 2020, das coronabedingt um en Jahr verschoben werden musste. Das Stück «Die Freiheit! Die vermaledeite Freiheit!!» dauert 17 Minuten und nimmt Bezug auf den Freiheitsbegriff der 1830er-Jahre.

Text: Peter Surber
Regie: Karin Bucher
Stimmen: Jeanne Devos, Philipp Langenegger
Audio: Karin Bucher
Technik: Jerôme Longhi
Videobearbeitung: Paul Hollenstein


Hommage an Johann Heinrich Tobler - Mai 2020 und September 2021[Bearbeiten]

Johann Heinrich Tobler (1777–1838) war nicht nur Initiant und Mitgründer der Sonnengesellschaft und lange treibende Kraft im Vorstand. Im Zentrum seines vielfältigen gesellschaftlichen Engagements stand die Musik, insbesondere der Volksgesang. Als Komponist ist er mit einem ganz besonderen Werk unvergesslich geblieben: mit der «Ode an Gott», dem Appenzeller Landsgemeindelied.

Die für den 28. Mai 2020 in der Kirche in Speicher geplante «Hommage an Johann Heinrich Tobler» mit Rudolf Lutz, künstlerischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung, und Heidi Eisenhut, Leiterin der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, konnte im Jubiläumsjahr der Sonnengesellschaft nicht stattfinden. Eine kleine Vorschau gibt einen Einblick in die geplante Veranstaltung.

Rudolf Lutz hat zum Landsgemeindelied „Alles Leben strömt aus dir“ eine Landsgemeindekantate komponiert und diese mit dem Chor und dem Orchester der J.S. Bach-Stiftung im August 2018 in der Kirche Trogen zu einer viel beachteten Aufführung gebracht. Der Link auf die einzelnen Elemente findet sich hier.


Johann Heinrich Tobler

Johann Heinrich Tobler (1777–1838) war 1820 Initiant und Mitgründer der Sonnengesellschaft Speicher und lange treibende Kraft im Vorstand. Im Zentrum seines vielfältigen gesellschaftlichen Engagements stand die Musik, insbesondere der Volksgesang. Als Komponist ist er mit einem ganz besonderen Werk unvergesslich geblieben: mit der «Ode an Gott», dem Appenzeller Landsgemeindelied. Zudem ist Tobler mit seiner Begeisterung für Freiheit und Gleichheit eine zentrale Persönlichkeit der Ausserrhoder Volksaufklärung jener Umbruchszeit.




Am 22. September 2021 konnte die «Hommage an Johann Heinrich Tobler» in der ref. Kirche Speicher doch noch statt finden. Rudolf Lutz, Musiker und künstlerischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung, Heidi Eisenhut, Leiterin der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden; Viviane Sonderegger, Musikstudentin und Peter Abegglen, Präsident der Sonnengesellschaft Speicher gaben einen Einblick in Stationen von Toblers Leben und Schaffen. Die Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums „200 Jahre Sonnengesellschaft Speicher“ wurde ermöglicht durch Konrad Hummler, St. Gallen und die Sonnengesellschaft Speicher.

Die Aufzeichnung von Ausschnitten des Anlasses hat dokumentarischen Charakter. (Dauer ca. 35 Minuten)


Ausgewählte Bilder[Bearbeiten]

Drucktypen Tobler.jpg

Anfangs des 19. Jahrhunderts wurden Lieder und Liedsammlungen mit Hilfe von Typen (Holzstempel) gedruckt. Erhalten sind einige solcher Holztypen für Notenzeilen, die J. H. Tobler selber gefertigt hat. Ein grosser Teil seiner publizierten Kompositionen dürfte auf diese Art und Weise gedruckt worden sein.

"Der May" (Ausschnitt) in: J.H.Tobler, 12 Lieder ...; 1812

Die hier gezeigten Typen Toblers stammen aus dem Nachlass von Johann Martin Müller, der um 1860 das sogenannte Tobleralbum für die Bibliothek der Sonnengesellschaft erstellt hat. Aus Müllers Nachlass gelangten die Typen zu Alfred Tobler und schliesslich in die Kantonsbibliothek von Appenzell Ausserrhoden.

Der erklärende Text heisst:
Vom Appenzeller Componisten Joh. H. Tobler, Comp. des
Landsgemeindeliedes selbst angefertigte Typen für den Druck
seiner Compositionen erhalten von Redaktor Müller sel.
(App. Ztng).
Alfred Tobler Wolfhalden 1892



Tobleralbum Titelblatt











Links auf in den Vorträgen erwähnte Quellen:[Bearbeiten]

Johann Heinrich Tobler, Leben und Werk
Landsgemeindekantate
Vortrag "Freiheit, Vaterland, Verfassung und Gesetze"
Brief aus Bad Pfäfers
Toblerdigital: Lieder-Edition Johann Heinrich Toblers, 178 Lieder in Noten und Text
Sängerfest 1825


Video/Audio: Kristin Müller und Paul Hollenstein
Schnitt: Paul Hollenstein
Text: Peter Abegglen


Jubiläumsfest vom 14. November 2021[Bearbeiten]

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Mit einem Jahr coronabedingter Verspätung konnte das Jubiläumsfest „200 Jahre Sonnengesellschaft“ doch noch über die Bühne gehen. Vor rund 150 Gästen, unter ihnen Alfred Stricker, Regierungsrat und Vorsteher des Departements Bildung und Kultur, Gemeindepräsident Paul König mit dem nahezu vollzähligen Gemeinderat, Vertretungen aus kantonalen Ämtern, von Lesegesellschaften, sowie von Stiftungen und Firmen, die das Jubiläum mit Beiträgen unterstützt hatten, bildete das abwechslungsreiche und unterhaltsame Fest den Schlusspunkt der vielen Jubiläumsanlässe.

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Neben den erwähnten Gästen konnte Präsident Peter Abegglen auch fast alle seiner Vorgängerinnen und Vorgänger seit den 60-er Jahren begrüssen: Walter Fritschi, Jörg Klaus, Margrith Rekade, Gabriela Sigrist und Thomas Hohl. Alt Gemeindepräsident Peter Langenauer führte durch das Programm, das im ersten Teil aus Grussadressen des Präsidenten, von Kanton und Gemeinde, sowie als Überraschung der Überreichung des Förderpreises der Ersparniskasse Speicher durch Walter Schefer bestand.


Musikbogen über zwei Jahrhunderte[Bearbeiten]

200J Sonnenges Trio2.jpg

Umrahmt wurde das Fest durch das Trio Lorena Dorizzi (Cello), Martina Jucker (Querflöte) und Mizuka Kano Hartmann (Klavier), die mit Kompositionen von Carl Maria von Weber, Charles Lefèbvre und Astor Piazolla einen musikalischen Bogen über zwei Jahrhunderte spannten.




Wie sich Lesegesellschaften der Zeit anpassten[Bearbeiten]

200J Sonnenges Strebel.jpg

Im zweiten Teil zeigte Hanspeter Strebel auf, wie Lesegesellschaften entstanden, sich entwickelten und veränderten. Sein Referat ist eine selten gehörte Zusammenfassung über die Geschichte der Lesegesellschaften in Ausserrhoden. Das Referat steht hier zur Verfügung.







Theaterstück: "De Tobler und de Stadt-Land-Grabe“[Bearbeiten]

Nachdem Johann Heinrich Tobler (alias Philipp Langenegger) seine Zeitreise zur Eröffnung des Jubiläumsjahres am 4. Januar 2020 im Buchensaal begann und darauf drei Mal mit Johanna Vontobel den Lauf der Welt aus seiner Zeit mit der heutigen zeit diskutiert hatte, kam er aus aktuellem Anlass bei seinem vorläufig letzten Zusammentreffen mit Johanna in einen Disput über den Stadt-Land-Graben. Das wiederum aus der Feder von Peter Surber stammende Theaterstück erntete grossen Applaus und leitete über zu einem Apero riche.



Der vollständige Beitrag zum Jubiläumsfest findet sich hier



Begleitveranstaltungen[Bearbeiten]

In Anknüpfung an besondere Ereignisse und Tätigkeiten der Sonnengesellschaft fanden im Jubiläumsjahr einige zusätzliche Veranstaltungen statt. Wenige konnten, obwohl geplant, pandemiebedingt nicht durchgeführt werden.



Das schönste Privathaus Ausserrhodens[Bearbeiten]

So wurde das „Zuberbühlerhaus“ mit der Adresse Oberdorf 2 von Fachleuten auch schon genannt. Der Bau ist ein Beispiel dafür wie ein ursprünglich barockes Gebäude umgebaut wurde und heute als Musterbeispiel einer klassizistischen Baute dient. Mäddel Fuchs wohnt im Haus, ist der Geschichte des Hauses im Detail nachgegangen und hat anlässlich einer Führung am 20. August 2020 vor Ort die architektonischen Besonderheiten des Hauses erklärt. Besondere Erwähnung finden die beiden Baumeister Johannes Grubenmann, der Erbauer des barocken Gebäudes und Konrad Langenegger, der den klassizistischen Umbau zur heutigen Gestalt vorgenommen hat.

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Anschliessend gab er in einem Vortrag in der ref. Kirche Einblicke in die Familiengeschichte und die Bedeutung der Zuberbühler. Hauptmann Johann Ulrich Zuberbühler war Mitgründer und von 1823 bis 1825 Präsident der Sonnengesellschaft.



Projektionstechniken früher und heute[Bearbeiten]

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Der Anlass „Projektionstechniken früher und heute“ fand am 9. November als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „200 Jahre Sonnengesellschaft“ im Buchensaal statt, unter strikter Einhaltung der Schutzmassnahmen.

Erfreulicherweise nahmen trotz dieser erschwerten Bedingungen 15 Interessierte daran teil.
 Paul Hollenstein und Peter Abegglen präsentierten mit einem Projektorungetüm von etwa 1920 hundertjährige Originalglasdias. Jedem Glasdia stellten sie die heutige Ansicht zum Vergleich gegenüber. Den Rahmen des Vortrags bildeten Auszüge aus einem Reisebericht über Indien von 1903. Neben dieser Zeitreise gaben einige historische Projektionsapparate aus der reichen Sammlung von Edy Tanner einen Einblick in die Entwicklung der Projektionstechniken vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute. Am 29. Januar 1880 stellte Lehrer Scherrer in der Sonnengesellschaft eine "Laterna magica", also einen Vorläufer der gezeigten Diaprojektoren vor. Die Sonnengesellschaft finanzierte darauf die Anschaffung des wohl ersten solchen Apparates für die Schule.


Wieder entdeckter Vortrag von J. H. Tobler[Bearbeiten]

In den ersten Jahren ihres Bestehens beschäftigte sich die Sonnengesellschaft an ihren monatlichen Versammlungen vorwiegend mit freien Diskussionen und dem Aufbau einer eigenen Bibliothek. Erst 1823, drei Jahre nach ihrer Gründung, wurde damit begonnen, dass Mitglieder Themen freier Wahl in einer sogenannten „Vorlesung“ vortrugen und anschliessend zur Diskussion stellten. Manchmal wurde aus Zeitschriften oder Büchern ein Text vorgelesen, manchmal eine sogenannt „eigene Arbeit“ vorgestellt.

Politisch motivierter Vortrag[Bearbeiten]
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Am 11. November 1824 trug Johann Heinrich Tobler in einem Vortrag seine Gedanken zu Freiheit, Verfassung und Gesetzen vor. Der handschriftliche Vortrag wurde anschliessend in die Sammlung der „Relationen“ eingebunden, die sich im Privatarchiv der Sonnengesellschaft im Staatsarchiv AR in Herisau befindet.

Tobler betitelt seinen Vortrag mit dem sperrigen Titel „Flüchtig hingeworfene Gedanken über Freiheit, Vaterland Verfassung und Gesetze“

Der Vortrag ist Ausdruck der Zeit der Restauration, in der konservative und liberale Kräfte um die Vorherrschaft rangen. Die Sonnengesellschaft gehörte, ebenso wie beispielsweise die neu entstandenen Gesangs- und Turnvereine und ab 1828 auch die Appenzeller Zeitung zu den Vorkämpferinnen des freiheitlichen Denkens.


Der Abend des 11. November 1824[Bearbeiten]

Im Rahmen des Jubiläums „200 Jahre Sonnengesellschaft“ wurde der Vortrag transkribiert und sprachlich leicht angepasst. Schauspieler Philipp Langenegger lässt den Abend des 11. November 1824 neu aufleben. Der Vortrag dauert rund 30 Minuten, der Trailer rund 5 Minuten. Eine Textdatei mit der dem Video zugrunde liegenden Version des Vortrags ist hier verfügbar. Alle Informationen finden sich auf der Wikiseite Gedanken zu Freiheit und Verfassung 1823.

Trailer (5 Min.) zum Vortragsvideo

"Vorlesung" (25 Min.): Gedanken zu Freiheit, Verfassung und Gesetze

Lesen bildet - Zuhören auch - Sehen erst recht …[Bearbeiten]

Werklehrer Beat Brunner hat mit dem 1. Sekundarschuljahrgang 20/21 das Thema „Buchgestaltung“ in den Werkunterricht aufgenommen. Auch wenn öffentliche Leseveranstaltungen pandemiebedingt nicht durchgeführt werden konnten, liess sich wenigstens die Kreativität in der Auseinandersetzung mit Büchern so richtig ausleben. Die Aufgabe war einfach: „Nehmt ein Buch und gestaltet damit ein Objekt, das nach Möglichkeit einen Bezug zum Inhalt des Buches hat“ – oder anders ausgedrückt: "Ein (oder mehrere) altes, gelesenes “ausrangiertes“ Buch wird zu einer Buchskulptur umgestaltet – die fertige Buch-Skulptur erzählt nun eine Geschichte und gibt Hinweise, was für eine Geschichte in dem Buch – welches nicht mehr lesbar sein darf/muss – einmal zu Hause war … «Inside-out» – den Inhalt eines Buches nach Aussen bringen in Form einer dreidimensionalen Cover-Gestaltung. (Romane, Krimis, Sachbücher usw.)

Raten Sie als Betrachter/in: "Was könnte nun bei diesen Buchskulpturen für eine Geschichte dahinterstecken? Sind Sie gwundrig auf die Gedanken der Schülerinnen und Schüler?" Die Objekte sind nummeriert, Betrachtende können sich eine eigene Geschichte zum ausgestellten Objekt ausdenken. Was die dahinter steckenden Schülerinnen und Schüler für eine Idee hatten, kann unter der entsprechenden Nummer untenstehend nachgelesen werden. Welche Vielfalt von Ideen die Schülerinnen und Schüler mit dieser Aufgabe umgesetzt haben, zeigten die fertig gestellten Objekte in den Schaufenstern des Lokals „Buchen5“ und in der Bibliothek Speicher Trogen, wo die Objekte in zwei Serien ab Dezember 2020, resp. ab Mitte Januar 2021 zu besichtigen waren.



Auswahl einiger Buch-Skulpturen-Texte[Bearbeiten]

Objekt No. 7 Das braune Buch der Mumie Gestaltet von Laura Spycher und Kimi Amstad

Ein Deckel öffnet sich - vom Buch? … ist das Buch ein Fluch ? Was für eine Geschichte wohnt da drin … und macht sie Sinn ? Ist alles so wie’s scheint - oder bloss zusamm‘ gereimt ?

Wo immer Du auch einen Deckel öffnest - und sei es bloss ein Gomfi-Glas, dann: denk Dir was !

Objekt No. 5 Das besonders scharfe Kochbuch Gestaltet von Nino Schelling und Marvin Willi

Wir wollten etwas Teuflisches und etwas Scharfes kombinieren. Das ist die Chili. Die erste Idee war das Feuer. Daraus wurde zuerst die Chili und daraus wiederum schliesslich der Teufel. Am meisten froh waren wir, als wir das Feuer fertig hatten. Wir haben ein Kochbuch für ganz scharfe Liebhaber gemacht.

Objekt No. 10 Der Reisekoffer Gestaltet von Elin Altenbach und Ladina Schnitzer

Wir haben das Thema „Reisen“ genommen und dazu zwei Reisebücher genommen, diese ausgehöhlt und aufeinander geklebt. Es waren Reisebücher. Weil man ja im Moment nicht reisen kann, kann man bei unserem Buch nun doch auch ein bisschen „reisen“. Wir haben eine Strandlandschaft gestaltet und deshalb findet unsere Geschichte vermutlich auch als Thema zu den Sommerferien statt. Und … … die Person fliegt anschliessend nach New York !

Objekt No. 17 Erstochener im Wasserfall Gestaltet von Lian Ubieto und Fabio Zellweger

Zwei Freunde gingen auf eine Wanderung. Sie entschieden sich dann, an einem Platz zu verweilen und dort zu zelten. Sie hatten sehr viel Spass m Abend. Am nächsten Morgen wachten sie auf und kamen in einen Konflikt. Sie haben Stangen vom Zelt abgerissen und damit gekämpft. Einer wurde aufgespiesst … … und den Wasserfall hinuntergeworfen.

Objekt No.18 Liebe auf den ersten Blick Gestaltet von Sina Inauen und Lina Keel

Ein Mädchen & ein Junge sehen sich in einem zauberhaften Park in New York. Sie verlieben sich sofort ineinander. Beide sind sehr scheu, aber nach einer Weile trauen sie sich und gehen aufeinander zu. Beide sind unsterblich ineinander verliebt. Sie gehen zusammen durch den Park und als die Hände sich per Zufall berühren halten sie sich mit den Händen ganz fest … … und bleiben für immer zusammen.

Objekt No. 22 Schwanensee Gestaltet von Josette Schindler und Thia Lämmler

Vielleicht haben Sie das Ballett „Schwanenseee“ schon einmal gesehen? Diese Geschichte stellen wir mit unserer „Ballerina“ dar. Siegfried verliebt sich in die Prinzessin doch Rotbart und die schwarze Schwanenprinzessin Odile – das negative Ebenbild von Odette - versuchen, die Liebenden auseinander zu bringen. In der ursprünglichen Schwanenseefassung werden die frisch Verliebten durch eine von Rotbart verursachte Flutwelle ertränkt – in anderen Fassungen von „Schwanensee“ überlebt einer von beiden … … oder es kommt sogar zum Happy End.



Das Jubiläum in den Medien[Bearbeiten]

Appenzeller Zeitung[Bearbeiten]

Die Appenzeller Zeitung veröffentlichte am 13. März 2020, also einen Tag vor dem Shut-Down und der Vernissage der Jubiläumsausstellung, ein Interview, das Astrid Zysset kurz zuvor mit dem Präsidenten der Sonnengesellschaft geführt hatte.

Radio SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz[Bearbeiten]

Am 8. September 2020 berichtete Radio SRF 1 im Regionaljournal Ostschweiz in einem rund dreiminütigen Hörbeitrag über das 200-Jahr-Jubiläum der Sonnengesellschaft Speicher. Im Beitrag werden drei der rund zwei Dutzend „Gründerväter“ genannt, ebenso wie das heutige Spycherstöbli, das damalige namengebende ehemalige Restaurant Sonne und ursprüngliche Versammlungslokal.


Sonnengesellschaft im Schweizer Fernsehen[Bearbeiten]

In der Vorabendsendung „Mini Schwiiz - dini Schwiiz“ des Schweizer Fernsehens wurden vom 28. September bis 2. Oktober 2020 die Ortschaften Schönengrund, Gonten, Speicher, Trogen und Walzenhausen vorgestellt. Die jeweiligen Ortsvertreter/innen zeigten ihren Gästen ihr Dorf - ihren Herzensort - anhand von drei Themen aus den Kategorien Kulinarik, Tradition, Freizeit, Musik und Natur. Peter Abegglen hatte sich bereit erklärt, Speicher als seinen Herzensort vorzustellen. Das Thema Natur zeigte sich bei Kalenderwetter auf dem Höhenweg von der besten Seite. Zum Thema Freizeit stellte er die Sonnengesellschaft in der Jubiläumsausstellung vor und zur Tradition hatte er die Zimmerschützengesellschaft ausgewählt, wo es galt, im Schiesskeller die Treffsicherheit zu testen. Am 25. Juni fanden die Dreharbeiten zwischen 08.30 Uhr bis 19.30 Uhr in Speicher statt. Viele Stunden Aufnahmematerial wurden auf die am 30. September 2020 ausgestrahlte Sendung von rund 22 Minuten zusammen geschnitten. Die gezeigten Ausschnitte wurden von der Regie ausgewählt.

Jubiläumsfest vom 14. November in der Appenzeller Zeitung[Bearbeiten]

Martin Hüsler hat den Anlass in der Appenzeller Zeitung, Ausgabe vom 17. November 2021, dokumentiert.(Mit freundlicher Genehmigung der Appenzeller Zeitung)




Impressum Jubiläumsjahr:

Video Theatralische Zeitreise: Aufnahmen/Schnitt/Montage: Leo Graf, Januar 2020

Fotos Neujahrsapero: Leo Graf, Januar 2020

Video Interviews: Aufnahmen/Schnitt/Montage: Peter Abegglen, Paul Hollenstein, Februar 2020

Video Hommage an Joh. Heinr. Tobler: Aufnahmen/Schnitt/Montage: Samuel Lutz, Mai 2020

Video Hörstück: Montage: Paul Hollenstein, Mai 2020

Texte Beschrieb: Peter Abegglen