Krone

Aus WikiSpeicher
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zur Geschichte der Krone, Hauptstrasse 34[Bearbeiten]

Restaurant Hotel Krone
Schild

"Krone" Speicher – seit Jahrhunderten Schmuck des Dorfes

Im Jahr 1690 tobt im Europa der Königreiche und Fürstentümer der Pfälzische Erbfolgekrieg. Die Eidgenossenschaft besteht aus den 13 Alten Orten, zu denen auch Appenzell gehört, allerdings seit knapp 100 Jahren geteilt in zwei halbe Stände. Im Land herrscht zu dieser Zeit – auch als Folge des Pfälzischen Erbfolgekrieges – erhebliche Hungersnot. Es mangelt vor allem an Getreide. "1690 war die Not so gross, dass sich Ausserrhoden zu der ausserordentlichen Massnahme entschloss, den erst vor fünfzehn Jahren eingewanderten Hintersassen Johannes Grob (...) an den Hof Kaiser Josephs I. in Augsburg zu schicken, um von ihm ein Kornkontingent zu erwirken", lesen wir in Walter Schläpfers "Appenzeller Geschichte".

Die Auswirkungen dieser elenden Zeiten spürt gewiss auch die gut tausendköpfige Bevölkerung von Speicher. Dass just in diesem Umfeld die heutige "Krone" als Wirtshaus und Bäckerei zum Adler erbaut wird und 1690 fertiggestellt ist, mag erstaunen. Es ist der Sohn von Pfarrer Johannes Nänni, der von 1652 bis 1670 in Speicher als Seelsorger tätig war, welcher als Bauherr auftritt, wie sich Bartholome Tanner in seiner 1853 erschienenen Chronik der Gemeinde Speicher festlegt. Dieser Pfarrerssohn ist Bäcker, was des "Adlers" Doppelnutzung als Wirtshaus und als Bäckerei erklärt. Ob das Haus als giebelständiges Gebäude – also mit dem Giebel zur Strasse hin – errichtet wird, oder ob es traufständig – also mit der Dachtraufe parallel zur Strasse – in Erscheinung tritt, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit eruieren.

Bauhistorische Besonderheit[Bearbeiten]

Einen untrüglichen Hinweis auf die Entstehungszeit bilden die sogenannten Schwarzfassungen. Kunsthistorikerin Annina De Carli-Lanfranconi hat im August/September 2014 eine baugeschichtliche Befundaufnahme zur "Krone" erstellt und geht darin folgendermassen auf die Schwarzfassungen ein: "Im Baubestand selbst gibt es anhand der schwarz gefassten Oberflächen der Blockbauwände Hinweise, dass das Gebäude spätestens um 1690 errichtet war. Schwarzfassungen auf Holzoberflächen waren vom 8. bis zum 17. Jahrhundert eine gängige Oberflächengestaltung. Mit 1690 wäre der Kernbau von Speicher der jüngste bis jetzt untersuchte Bau mit Schwarzfassungen. Die jüngste bis jetzt sicher nachgewiesene Schwarzfassung ist von 1653 und befindet sich im Schwarzwald. Speziell an der in Speicher aufgefundenen Wandgestaltung ist die aufgemalte Quaderung, die die Holzwand als Steinwand erscheinen lassen soll. Ein derartiger Befund konnte bisher in keinem der zu Schwarzfassungen untersuchten Gebäude auf einer Holzwand gesichert werden."

Auf eine erste Erweiterung 1756...[Bearbeiten]

Dorfansicht um 1795
Speicher um 1800 Detail.jpg
Fest steht, dass 1756 eine Erweiterung der "Krone" erfolgt. Ein sogenannter Anstoss kommt dazu; eine Quadermauer und insbesondere ein auf der Rückseite erstellter Turm mit einer achtseitigen Haube (she. Bilder rechts von ca. 1800) verändern das Aussehen.

Sicher bis zu diesem Ausbau reiht sich das Gebäude als Wirtshaus und Bäckerei zum Adler bei den Speicherer Gaststätten ein; möglicherweise trägt es diesen Namen aber noch bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wie wird die Erweiterung von 1756 aus fachlicher Warte beurteilt? Annina De Carli-Lanfranconi charakterisiert sie so: "Anhand des einheitlich scheinenden massiven Sockelgeschosses (gleiche Mauerwerksstruktur auf dem ganzen Geschoss) ist davon auszugehen, dass um 1756 das massive Erdgeschoss neu errichtet wurde. Auf den Sockel wurde eine neue Deckenbalkenlage aufgelegt, die von Anfang an mit Putzdecken versehen war. Auf das Erdgeschoss wurde gegen Westen der ältere Blockbau aus dem 17. Jahrhundert und ein jüngerer gegen Osten angefügt (eine Zweitverwendung des Baumaterials ist nicht auszuschliessen). Anhand von Abbildungen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts ist zu erkennen, dass dieser über einen Turm mit Zwiebelhelm verfügte. Es ist zu vermuten, dass der Baubestand des heutigen Erdgeschosses und der Blockbau des 1. und 2. Obergeschosses in ihrer Form aus diesem Umbau stammen. Der ältere Teil war mit einem Satteldach abgedeckt. Die Bedachung des östlichen jüngeren Teils neben dem Turmaufbau ist nicht bekannt." Auf Vermutungen abstellen muss Annina De Carli-Lanfranconi bezüglich des Hausinneren. So hält sie es für möglich, "dass sich die Binnengliederung des 1. und 2. Obergeschosses durch den östlichen Anbau nicht massgeblich verändert hat. Ein Mittellängsflur dürfte die Räume gegen Norden und Süden erschlossen haben. Wie die Haupterschliessung gestaltet war, lässt sich nicht mehr erkennen. Eine Treppenanlage am heutigen Ort, typisch auch seitlich der Abortanlagen, ist wahrscheinlich. Zur Innenraumgestaltung lassen sich nur noch Vermutungen anstellen..."

...folgt zwischen 1828 und 1830 eine zweite[Bearbeiten]

Mehr als 80 Jahre fügt sich das Haus in dieser Bauweise ins Dorfbild. Dann erfolgt zwischen 1828 und 1830 – der Arzt Dr. Johann Jakob Walser ist mittlerweile Besitzer des Gebäudes – eine grundlegende Umgestaltung zu jenem Walmdachhaus, als das wir es bis in die Gegenwart kennen. Ob erst diese bauliche Umgestaltung mit der angetönten Änderung des Namens von "Adler" zu "Krone" verbunden ist oder ob sie bereits 1756 erfolgte, bleibe dahingestellt. Zu den bisherigen drei Geschossen kommt ein zusätzliches. Und die gegen Süden gerichtete Fassade erfährt eine im Zeitstil gehaltene Gestaltung mit Pilastern und einem Fassadentäfer. Über dem Eingang mit den beiden klassizistischen Türflügeln aus Nussbaumholz lässt Bauherr Walser sein Wappen anbringen, (Eugen Steinmann: "Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Bd II"). Zeugnis von Walsers Vorliebe für Kunsthandwerk gibt im Inneren das schmucke, mit Kreuzbogen versehene Treppengeländer aus Nussbaumholz. In der Gaststube verleiht ein Büffet aus Kirschbaumholz dem Raum Charakter.

Domizil für das Postbureau[Bearbeiten]

Über zwei Dutzend Wirtschaften und Gasthäuser stehen in Speicher in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Gästen für Speis und Trank offen. Die "Krone", die gewiss zu den nobleren gehört, sucht man eine Zeitlang aber nicht nur des Einkehrens wegen auf. Von 1846 bis 1866 ist auch die Post in diesem Gebäude untergebracht. Die damals gebräuchliche Benennung dafür lautet "Appenzellisches Postbureau". Es ist die Zeit, da das Postwesen noch unter kantonaler Hoheit steht. Speicher (und Trogen) sind seit 1842 der st. gallisch-kantonalen Postverwaltung angegliedert, nachdem vorher die postalischen Obliegenheiten einem Gemeindebotendienst anvertraut waren. Mit dem Wechsel von kommunaler zu kantonaler Hoheit verbunden ist die zwingende Errichtung von Postbureaux, "die einen Schild mit dem Appenzellerwappen und die Bezeichnung 'Appenzellisches Postbureau' führen mussten. In diese Bureaux kamen Postkontrolleure, welche das Postamt in St. Gallen aus appenzellischen Bürgern zu wählen und zu besolden hatte" (Arnold Eugster: "Geschichte der Gemeinde Speicher"). Das erste Postbureau ist im westlich gelegenen Haus zur alten Krone untergebracht, ehe es 1846 ins Parterre der "Krone" verlegt wird. Drei Jahre nach diesem Umzug übernimmt der Bund das gesamte Postwesen. Als Posthalter in der "Krone" sind bis 1865 alt Lehrer Schefer und bis zum Umzug der Post ins Haus zur Megglen im Jahr 1866 Robert Schefer tätig.

Tagungsort für Sonnengesellschaft[Bearbeiten]

Nicht nur des Postbureaus wegen erhält die "Krone" eine für das Dorf gewissermassen zentrale Funktion. Auch die 1820 von Landsfähnrich Johann Heinrich Tobler, dem Komponisten des Ausserrhoder Landsgemeindeliedes, gegründete Sonnengesellschaft ist mit ihr eng verbunden. Die im kulturellen Bereich aktive Institution, der angehört, was im Dorf Rang und Namen hat, hält zwischen 1841 und 1843 und dann wieder ab 1855 über eine Zeitdauer von rund hundert Jahren ihre monatlichen Versammlungen in der "Krone" ab. Lediglich während einiger Monate im Jahr 1872, als die schmalbrüstig gewordene Gesellschaftskasse offenbar die Raummiete nicht mehr zu prästieren vermag und die Sonnengesellschaft deshalb auf ein von der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestelltes Lokal im Realschulhaus ausweicht, bleibt die "Kronen"-Tür für die "Sonnenmänner" geschlossen. Womit gesagt ist, dass der Sonnengesellschaft ausschliesslich Männer angehören.

Periodisch Veränderungen[Bearbeiten]

In ihrem Wesen prägt nun die "Krone" das Dorfbild über all die Jahrzehnte hinweg mehr oder weniger so, wie sie sich nach ihrer Umgestaltung von 1828/1830 präsentiert. Verschiedentlich werden weitere Anpassungen vorgenommen, damit auch den steigenden Anforderungen seitens der Gäste Rechnung getragen werden kann. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfährt der gegen Südosten gerichtete Raum im 1. Obergeschoss dank des Einbaus eines Fischgratparketts, eines maserierten Wandtäfers und einer auf Putz maserierten und marmorierten Ofenwand eine präsentablere Gestaltung. Annina De Carli-Lanfranconi hat im Weiteren eruiert, dass man in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Fassade des Erdgeschosses umgestaltet und gereinigt hat: "Die Rustika wurde entfernt, die Fassadenoberfläche glatt verputzt und die Fensteröffnungen wurden mit Putzlaibungen versehen und vergrössert." Als Rustika gilt ein Mauerwerk aus Quadersteinen mit grob behauenen Stirnseiten. 1995 schliesslich erfolgt eine Renovation, bei der die ursprüngliche Gestaltung der Erdgeschossfassade wieder hergestellt wird und ein rückseitiger Abortanbau über vier Geschosse dazukommt.

Herausfordernde Neugestaltung[Bearbeiten]

Und jetzt, im Frühjahr 2015, hat die "Krone" den bisher wohl umfassendsten Umbau erfahren und damit vor allem in ihrem Inneren ein anderes Gesicht erhalten. Verantwortlich für die Erneuerung zeichnet der St. Galler Architekt Riccardo Klaiber, ein im Umgang mit Sanierungen bestehender Gebäude ausgewiesener Fachmann. Bei seinem Vertrautwerden mit der "Krone" hat er, auch im Kontakt mit Ausserrhodens Denkmalpfleger Fredi Altherr, festgestellt, dass nicht mehr allzu viel alte Substanz vorhanden ist. Als bauhistorisch wertvoll erachtet er das Treppengeländer, dessen Muster in abgewandelter Form zu einer Art Logo des Hauses wurde.

Das Kellergewölbe erweist sich als geradezu prädestiniert für eine Weinbar. Die neuen Hotelzimmer genügen heutigen Komfortansprüchen. Und dass viel neue Technik ins Haus integriert werden musste, verlangte ein subtiles Vorgehen, auf dass der Charakter des Gebäude nicht verloren gehe.


Häufige Besitzerwechsel[Bearbeiten]

1852 Johann Conrad Oertle (auch Oertli), die Familie sollte in der Folge fast 100 Jahre lang für das Gedeihen des stattlichen Gasthauses die Verantwortung tragen
1887 alt Bezirksrat Arnold Oertle senior
1921 Arnold und Ida Oertle
1947, Juli: Walter Götz-Bachmann aus Frauenfeld
1949, Januar: Ernst Kellenberger-Schiess aus St. Gallen
1949, Dezember: Albert Keiser-Haas aus Ueken AG
1950, Juni: Anton Berther-Recla aus Staufen AG (Wirte: Sohn Gottfried Berther mit Gattin Ursula, als Mädchen für alles: Die Schwester von Gottfried, Silvia Berther)
1952, März: Rosa Gubler-Schmid aus Gündisau ZH
1955, Januar: Robert Knellwolf aus Bürglen TG
1957, Dezember: Franz Rechsteiner-Merkler aus Flawil
1969, Mai: Ernst Riesen aus Stettfurt und Hans Rupp aus Flawil
1970, Mai: Rolf Frei-Bliggensdorfer aus Lenggenwil
1973, Juli: Fioravante Bonanto aus Zürich
1976, November: Pia Sutter, Mit Jacques Engeli mietet ein Naturarzt ein paar Räume in der "Krone" und betreibt über Jahrzehnte hinweg eine Praxis.
1993, Dezember: Kurt und Elsbeth Egli-Hauri
2014, April: Hotel Krone AG, wobei auch die einstige Remise hinter dem Haus, lange Zeit als Wohnraum genutzt, eine neue Ausrichtung erfährt, indem sie mit der nötigen Infrastruktur für Tagungen und Seminare ausgestattet wird.

Erinnerungen und Anekdoten[Bearbeiten]

Jugendjahre in der "Krone" - Dorli Morf-Oertle[Bearbeiten]

Dorli Morf-Oertle erblickt 1924 als drittes Kind von Arnold und Ida Oertle-Hauri das Licht der Welt. "Ich habe früh die negative Erfahrung machen müssen, dass wirtende Eltern wenig Zeit für die Kinder haben, weil sie stets für die Gäste da sein müssen", erinnert sich Dorli Morf an ihre Kindheit. Aber da ist zum Glück die Grossmutter, die unter dem gleichen Dach wohnt und sich ihrer Enkelkinder annimmt. Die Oertle-Kinder müssen schon früh im elterlichen Betrieb mithelfen. Bis sie dazu vom Alter her in der Lage sind, gehört ein Dienstmädchen zum Personal der "Krone". Auch ein Knecht steht bei Arnold Oertle im Brot, denn nebst der Gastwirtschaft und dem Hotelbetrieb gilt es auch noch eine Weinhandlung sowie eine Holz- und Kohlenhandlung am Laufen zu halten. In diesem Geschäftsbereich gelangen Pferde zum Einsatz, die betreut werden müssen. Für Speicher haben sie noch in anderer Hinsicht grosse Bedeutung: Arnold Oertle ist Leichenwagenführer und begleitet in dieser Funktion viele Einwohnerinnen und Einwohner auf ihrem letzten irdischen Weg. Des "Kronen"-Wirts Arbeitsfeld ist damit noch nicht vollends abgesteckt. Er bedient auch noch die Brückenwaage vor dem Haus und verwaltet das Salzlager (neben dem Friedhof gelegen) – Arbeit also in Hülle und Fülle. Da kommt es ihm gewiss zustatten, dass er als einer der ersten Speicherer ein Automobil besitzt.

Täglich für die Gäste da[Bearbeiten]

Im und ausser Haus muss Vater Arnold Oertle seinen vielen Beschäftigungen nachgehen und widmet sich als Wirt seinen Gästen. In diese Aufgabe teilt er sich mit seiner Gattin Ida. Ganz friktionslos läuft das nicht immer ab, wie Dorli Morf sich entsinnt: "In seiner Eigenschaft als Wirt war mein Vater ziemlich eifersüchtig. Er konnte es nicht leiden, wenn ein Gast mit meiner Mutter über das schickliche Mass hinaus schäkerte. Als einer es in dieser Beziehung im Empfinden meines Vaters zu bunt trieb, komplimentierte er ihn aus der Gaststube und gab ihm zu bedeuten, er brauche fortan nicht mehr in der 'Krone' einzukehren."

Mittagessen für Fr. 3.40[Bearbeiten]

Ida Oertle ist aber nicht "nur" Wirtin. Sie steht auch am Herd der "Krone", und das jeden Tag. Einen Wirtesonntag kennen Oertles nicht, und dem Personal ist der Begriff "Zimmerstunde" ein Fremdwort. Noch immer hat Dorli Morf jene Zeit präsent, da die Gäste ein Mittagessen für drei Franken und vierzig Rappen aufgetischt bekamen. "Der Mutter war es fast 'gschmuech', als sie die Preise erhöhen und zwanzig Rappen mehr heuschen musste", weiss sie noch, als wäre es gestern erst gewesen. Nun, dem Zulauf zur "Krone" können Preisaufschläge nichts anhaben. Viele Kurgäste beziehen dort Quartier oder kehren einfach ein, wenn sie für Konsultationen bei einem Natur- oder bei einem Zahnarzt nach Speicher kommen. Zu ihnen zählt auch Herbert von Moos, der den Kanton Bern von Ende 1939 bis in den Frühling 1941 im Nationalrat vertritt und in Speicher den Fähigkeiten eines Naturarztes vertraut. "Wir mussten bei der Ankunft jeweils seine Koffer am Bahnhof abholen und bei der Abreise wieder hintransportieren. Als Lohn erhielten wir jedesmal einen Fünfziger".

Sie ist, nachdem sie viele Jahre in St. Georgen wohnte, ins Dorf ihrer Jugend zurückgekehrt und lebt heute unweit der "Krone" im Hof Speicher. "Dass die 'Krone' nicht mehr in Familienbesitz ist und ich nicht Wirtin wurde, habe ich nie bedauert. Gleichwohl kommt hin und wieder Wehmut auf, wenn ich am Haus vorbeigehe und daran denke, in welchem Masse die 'Krone' meine Jugend prägte."


Mädchen für alles - Silvia Schittli[Bearbeiten]

"Ich wollte eigentlich Kinderschwester werden, doch hat der Vater verfügt, dass ich meinem Bruder in der 'Krone' zur Hand gehen sollte, wo ich dann gewissermassen Mädchen für alles wurde", blickt Silvia Schittli zurück. Ihre Arbeitskraft ist umso mehr gefragt, als Gottfried Berther mit gerade mal 23 Jahren stirbt. Seine Gattin erleidet vor der Geburt des ersten Kindes eine Nierenkolik und verliert das Kind.


"Ein beliebter Treffpunkt war die 'Krone' für die Männerriege, der auch mein Vater angehörte. Häufig kamen die Männerriegler zum Jassen zu uns. Und dann beherbergten wir ja stets auch Kurgäste, die sich trotz des fehlenden fliessenden Wassers in den Zimmern nicht davon abhalten liessen, zu einer Zeit ihre Ferien hier zu verbringen, da Speicher noch mit dem Prädikat 'Luftkurort' Propaganda machte". Sie berichtet vom Brunnen ennet der Strasse, in dem Fische gehalten werden, so dass die Speisekarte immer wieder mit Fischgerichten bereichert wird. Und vor sich sieht sie auf der Westseite der "Krone" die noch immer existierende Brückenwaage, die bedient sein will. Aus dem einstigen Rossstall hinter dem Gasthaus, der zu Arnold Oertles Zeiten von Wichtigkeit war, wird eine Garage. Regelmässiger Gast in der "Krone" ist ein gewisser Ueli Schittli. Ihm hat es das arbeitsame Mädchen für alles aus dem Aargau besonders angetan – was auf Gegenseitigkeit beruht. So wird aus Silvia Berther schliesslich Silvia Schittli-Berther. Das Paar zieht ins Haus neben der "Krone", wo es bis auf den heutigen Tag lebt.

Text: Martin Hüsler, 2015

Lage[Bearbeiten]